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Chirurgen fordern Terror-Übungen an Kliniken

München (dpa/lby) – Chirurgen fordern angesichts der Terrorgefahr eine bessere Vorbereitung von Ärzten und Kliniken. Dazu zählten Übungen an Krankenhäusern und Schulungen für Mediziner, sagte Tim Pohlemann, Präsident des 134. Chirurgenkongresses, der vom 21. bis 24. März in München stattfindet. Die rund 6000 Teilnehmer wollen sich auch mit diesem Thema befassen.

Es fehle an Kenntnissen, Einsatzplänen und Material für einen Anschlag mit Sprengstoff und Schusswaffen. Die Verletzungen seien anders und teils gravierender als bei Unfällen, oft stehe hoher Blutverlust im Vordergrund, sagte Pohlemann. Rettungswagen müssten deshalb standardmäßig mit Tourniquets ausgerüstet werden – Abbindesysteme für Extremitäten, die ein Verbluten verhindern.

An den gut 600 der 2000 Krankenhäusern in Deutschland, die für die Aufnahme von Terroropfern in Frage kommen, müsse ein Ernstfall mit Übungen vorbereitet werden. Es sei aber bis heute unklar, wer die Kosten – rund 100 000 Euro für eine mittelgroße Klinik – übernehme.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) bietet nach einer Pilotphase ab Mai zweieinhalbtägige Schulungen für Entscheidungsträger in Kliniken. Die DGU entwickelt derzeit Standards für Terrorfälle, die dann verbindlich festgeschrieben werden müssten.