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CSU-Jugend wählt Vorstand: Delegierte erwarten Seehofer

Erlangen (dpa/lby) – Erstmals nach der Pleite bei der Bundestagswahl kommen Vertreter der CSU-Basis zu einer großen Versammlung zusammen: Am Freitagnachmittag (17.00 Uhr) beginnt in Erlangen die dreitägige Landesversammlung der Jungen Union (JU). Es wird davon ausgegangen, dass die rund 380 Delegierten – knapp 300 davon sind stimmberechtigt – bei der Aufarbeitung des historisch schlechten Abschneidens der CSU auch auf die seither laufende Personaldebatte über die Zukunft von Parteichef Horst Seehofer eingehen werden. In ihrer sogenannten Erlanger Erklärung spricht sich die Junge Union für eine «spürbare Verjüngung» der CSU auf praktisch allen politischen Ebenen aus, ohne jedoch konkret auf Personen einzugehen.

Bislang hatte es die Junge Union Bayern vermieden, sich an der Diskussion zu beteiligen. Innerhalb der CSU fordern aber inzwischen viele Parteimitglieder einen personellen Neuanfang und sehen in Finanzminister Markus Söder den geeigneten Kandidaten für eine Nachfolge an der Parteispitze und perspektivisch auch im Amt des Ministerpräsidenten. Söder ist – wie bei jeder Versammlung der JU in den vergangenen Jahren – am Sonntagvormittag als Redner geladen.

Zuvor will am Samstag auch Seehofer selbst in Erlangen sprechen. In der Rede dürfte er auch auf die laufenden Sondierungen für eine Jamaika-Koalition in Berlin und ihre Bedeutung für die CSU bei der 2018 anstehenden Landtagswahl eingehen. Zum Auftakt der Versammlung am Freitagabend steht zunächst die Neuwahl des Vorstandes an.

JU-Landeschef Hans Reichhart will wieder antreten und dürfte bei der Wiederwahl keine Probleme bekommen, denn einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Zur Abstimmung steht auch ein Leitantrag, der sich der wirtschaftlichen Zukunft Bayerns widmet. Darin spricht sich die JU-Spitze unter anderem für mehr Anstrengungen für den Ausbau des Wirtschaftsstandorts durch Unternehmensneugründungen, eine neue Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie mehr Mobilität aus.