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EKD-Chef Bedford-Strohm warnt vor strenger Obergrenze

München (dpa/lby) – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hält die von Union und SPD geplante Obergrenze von 220 000 Flüchtlingen pro Jahr für bedenklich. Die Zahl spiegele zwar die momentane Lage wider, aber: «Wenn es um humanitäre Notlagen geht, kann man nicht bestimmte zahlenmäßige Grenzen anziehen», sagte Bedford-Strohm am Freitag im Münchner Presseclub.

Zu den Plänen, den Familiennachzug auf 1000 Menschen pro Monat zu begrenzen, sagte der bayerische Landesbischof: «Es bleibt dabei, dass wir als Kirchen sagen, dass die Familie so etwas Zentrales für Menschen ist, (…) dass man sie nicht davon trennen kann.» Die christlichen Kirchen forderten, «dass hier die Familie den Vorrang haben muss».

Die Spitzen von Union und SPD hatten sich zuvor in ihren Gesprächen in Berlin über eine neue große Koalition auf einen schärferen Kurs in der Flüchtlingspolitik geeinigt.