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Familienfirmen schaffen deutlich mehr Stellen

München (dpa/lby) – Die Familienunternehmen haben nach einer Studie in den vergangenen Jahren weit mehr neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen als die DAX-Konzerne.

Die großen Aktiengesellschaften stockten demnach ihr Personal im Inland von 2006 bis 2014 nur um zwei Prozent auf gut 1,5 Millionen Beschäftigte auf. Die 500 größten deutschen Familienbetriebe erhöhten die Zahl ihrer Stellen im Inland dagegen um 19 Prozent auf 3,2 Millionen. Dies teilte die Stiftung Familienunternehmen am Dienstag in München mit. Sie hatte die Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Mittelstandsforschung in Auftrag gegeben.

Die 500 größten deutschen Familienunternehmen beschäftigten 2015 weltweit 4,8 Millionen Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von 1097 Milliarden Euro. Eine deutsche Besonderheit sei, dass fast die Hälfte der Großunternehmen mit über 50 Millionen Euro Umsatz Familienbetriebe seien, heißt es in der Studie.

Zwei Drittel der großen Familienunternehmen sitzen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern. Die beiden größten – nach Umsatz und nach Mitarbeiterzahl – seien die Schwarz-Gruppe (Lidl) und Robert Bosch, so die Studie. Die größten bayerischen Familienfirmen sind die Autozulieferer Schaeffler, Brose und Dräxlmaier, Knauf Gips und der Logistikkonzern Dachser.

Große Familienbetriebe meisterten die schwierigen Klippen der Nachfolge seit Generationen, sagte Stiftungschef Brun-Hagen Hennerkes. Das Durchschnittsalter der 500 größten Familienunternehmen beträgt 122 Jahre. Zu den ältesten gehören der 1700 gegründete Münchner Kaffeehändler Alois Dallmayr, die Oettinger Brauerei (1731) und der fränkische Schreibstifte-Hersteller Faber-Castell (1761).