© Sven Hoppe

IG Metall fordert Batteriezellenfabrik in Bayern

München (dpa/lby) – Der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler fordert von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Einsatz für die Autoindustrie mit ihren 400 000 Arbeitsplätzen im Freistaat. Dazu gehöre auch eine Batteriezellenfabrik für Elektroautos im Freistaat.

Die deutschen Autohersteller kaufen ihre Batteriezellen heute in China oder Südkorea und bauen damit Akkus für ihre Hybrid- und Elektroautos. Nach Vorgaben der EU und der chinesischen Regierung müssen sie aber bald jedes vierte Auto mit E-Antrieb verkaufen, und damit steigt die Abhängigkeit von den Zellen-Lieferanten in Asien.

Wechsler sagte am Montag: «Wer an der Spitze der globalen Autoindustrie stehen will, muss auch bei der Batteriezellenproduktion ganz vorne dabei sein. Nur wer selbst produziert, kann über Mengen, Preise und technische Eigenschaften wie Leistung, Reichweite und Sicherheit selbst bestimmen.»

Das Problem ist: Der Bau einer Chemiefabrik, die Zellen für eine halbe Million Autos im Jahr liefern könnte, würde nur wenige hundert Arbeitsplätze schaffen, aber gut drei Milliarden Euro kosten. Die Produktion braucht zudem sehr viel Strom, und der ist in Deutschland durch die EEG-Umlage für Sonnen- und Windenergie extrem teuer. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits Subventionen und die Befreiung der Zellenfabriken von der EEG-Umlage vage in Aussicht gestellt. Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert.

Weil ein Auto- oder Zulieferkonzern allein den Aufbau einer Zellenproduktion nicht stemmen könne, müsse Söder mit den Unternehmen und der IG Metall eine tragfähige Lösung für Bayern finden, forderte Wechsler. «Ohne industriepolitische Gestaltung droht Bayern beim Umstieg auf alternative Antriebe ins Hintertreffen zu geraten.»

BMW baut gerade für 200 Millionen Euro in München ein «Kompetenzzentrum Batteriezelle», um zu lernen und sich alle Optionen offen zu halten. Aus heutiger Sicht sei eine eigene Zellenfabrik aber nicht nötig. «Wir müssen die Chemie verstehen, aber wir müssen nicht selbst ein Chemieunternehmen werden», hatte Abteilungschef Peter Lamp bei der Grundsteinlegung gesagt.