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Kreuzer will Zwist zwischen Seehofer und Söder beenden

München (dpa/lby) – CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer startet einen Versuch, im Dauer-Zwist zwischen Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Markus Söder für Ruhe zu sorgen. In einer Fraktionssitzung am Mittwochnachmittag kündigte Kreuzer nach Teilnehmerangaben an, mit beiden gemeinsam sprechen zu wollen. Er begründete dies damit, dass das Ganze sonst gefährlich werden könne. Seehofer war in der Fraktionssitzung nicht anwesend, Söder schon. Es habe viel Applaus für Kreuzers Ankündigung gegeben, hieß es.

Hintergrund ist, dass Seehofer seine Angriffe auf Söder zuletzt deutlich verschärft hatte. Bei einem Treffen der Vorstände der Bundestags- und der Landtags-CSU am Montag in Berlin übte Seehofer wegen bestimmter Interviewäußerungen Söders massive Kritik an seinem Minister. Er hielt Söder – ohne ihn namentlich zu nennen – vor, Eigennutz dürfe nicht vor dem Gemeinwohl gehen, und derartige «Privatstrategien» müssten aufhören. Laut «Süddeutscher Zeitung» sagte Seehofer zudem, offensichtlich mit Blick auf seinen Finanzminister: «Wer jeden Tag einen Förderbescheid überreicht, ist noch lange kein Stratege.»