© Guillaume Horcajuelo

Mainz vor Hit gegen Bayern mutig

Mainz (dpa/lrs) – Der 2. März 2016 spukt bei den Fußballern des FSV Mainz 05 noch immer in den Köpfen herum. Mit 2:1 gewannen die Mainzer damals beim FC Bayern München und fügten dem deutschen Meister damit die einzige Heimniederlage der Saison zu. Trainer Martin Schmidt wird deshalb vor der Partie gegen die Bayern an diesem Freitag 20.30 Uhr/ Sky) nicht müde, seine Profis an diesen Überraschungscoup zu erinnern. «Die sind schlagbar!», erzählt er seinen Schützlingen in diesen Tagen immer wieder. «Dann, wenn wir alles richtig machen.»

Eine erneuter Sieg gegen die Münchner würde den Mainzern nach all den Wirren um das frühe Pokal-Aus und das Scheitern in der Europa League gut tun, dem Star-Ensemble von der Isar um Startrainer Carlo Ancelotti aber natürlich überhaupt nicht. Die Bayern kommen «nur» als Tabellenzweiter hinter RB Leipzig nach Mainz, können sich keine weiteren Punktverluste leisten. Der Druck liegt klar auf Münchner Seite. Die überdurchschnittliche individuelle Qualität spricht für die Bayern, die ähnlich wie die 05er erstmals nach langer Zeit eine komplette Trainingswoche zur Vorbereitung hatten.

«Im Frühling haben wir die Bayern zu einem guten Zeitpunkt erwischt. Jetzt ist die Ausgangslage anders», sagte Schmidt. Sein Team brauche «alles», um erfolgreich zu sein. Defensiv sicher agieren und in der Offensive die wenige Chancen nutzen. «Wir brauchen die richtige Leidenschaft, Laufleistung, Mentalität und Kampfeslust.» Ein Erfolg gegen die Bayern sei keine Systemfrage. «Die siegreichen Mannschaften gegen die Bayern hatten alle unterschiedliche taktische Ansätze. Deshalb steht das System nicht im Vordergrund», erklärte Schmidt.

Eine Fünfer-Abwehr zur Eindämmung der Münchner Offensive ist ebenso denkbar wir ein System mit drei Sechsern. Dann müsste der 05-Coach auf einen Angreifer verzichten. Personell hat der Schweizer alle Möglichkeiten, denn nur Jean-Philippe Gbamin fehlt (Gelb-Rote Karte). «Das können wir kompensieren», sagte Schmidt und nannte als Alternativen den wieder gesunden Fabian Frei, André Ramalho und Danny Latza, der nach langer Verletzung wieder ein Kaderkandidat ist. Noch nicht so weit ist Yoshinori Muto als offensive Ergänzung zu Jhon Cordoba.

Zu einem gelungenen Abend in der seit Wochen ausverkauften Arena zählt auch die Stimmung auf den Rängen. Doch die heile Welt der 05-Familie hat Risse bekommen. Teile der Ultra-Szene liegen mit dem 05-Vorstand über Kreuz und umgekehrt. Zwar beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung Anfang November die Gründung einer Fan-Abteilung, doch der Gesprächsfaden ist abgerissen, seit der 05-Vorstand ein Treffen mit Fan-Vertretern absagte.

Schröder appelliert an die Fans und fordert Zusammenhalt. «Alles andere als eine überragende Stimmung in diesem Top-Spiel würde mich wundern. Die Mannschaft hat es verdient, rückhaltlos unterstützt zu werden. Es geht einzig und alleine um den Verein», erklärte der Sportchef.