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Mehrkosten für Gärtnerplatztheater

München (dpa/lby) – Nach den hohen Mehrkosten für die Sanierung des Gärtnerplatztheaters in München will die Oberste Baubehörde (OBB) in Bayern ihr Vorgehen bei derartigen Großprojekten überdenken. Neben internen Strukturen will die Behörde auch die Planung verbessern. Erhebliche Kostensteigerungen wie beim Staatstheater am Gärtnerplatz um rund 50 Millionen Euro dürfe es nicht mehr geben, sagte Andreas Muschialik von der OBB am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags.

Künftig soll der Ausschuss früher eingebunden werden, wenn sich an Kosten oder Planungen etwas im größeren Rahmen verändert. Das sei auch in Hinblick auf Projekte wie den Bau des Münchner Konzerthauses wichtig. Zudem prüft eine Arbeitsgruppe der Behörde, ob man von am Bau beteiligten Firmen Schadenersatz für Fehler verlangen könne.

Statt ursprünglich 70,7 Millionen Euro kostete die Generalsanierung des Gärtnerplatztheaters am Ende 121,6 Millionen Euro. Die Bauzeit verlängerte sich von drei auf fünfeinhalb Jahre. Erst vor wenigen Wochen wurde das Haus wiedereröffnet. Begründet wurden die Kosten unter anderem mit unvorhergesehenen Entwicklungen wie Schadstoffen im Erdreich. Auch die Bausubstanz war maroder als gedacht. Hinzu kamen Änderungswünsche noch während der laufenden Bauarbeiten, etwa eine Vergrößerung des Orchestergrabens.

Das alles habe die Arbeiten in die Länge gezogen, kritisierten die Ausschussmitglieder. Diese Verzögerung brachte immense Kosten mit sich, etwa für die Baustellenbewachung oder die Ausweichspielstätten. Zudem stiegen die Preise für Bauleistungen stark an.

Man habe von Beginn an unter großem Termindruck gestanden, um das Haus schon 2013 wieder zu eröffnen, räumte die OBB ein. Deshalb konnten vorbereitende Maßnahmen wie eine Untersuchung des Theaters und des Baugrundes nicht sorgfältig durchgeführt werden. So waren etwa während der Planungen keine Probebohrungen im Bereich des Theaters möglich, um den Spielbetrieb nicht zu stören.

Der Ausschussvorsitzende Peter Winter von der CSU kritisierte diesen engen Zeitplan: «Entweder haben wir die Zeit, um uns genau zu überlegen, was wir wollen, oder wir lassen es.» Herbert Kränzlein von der SPD wandte sich gegen die nachträglichen Änderungen der Planung, unter anderem durch den seit 2012 amtierenden Intendanten Josef E. Köpplinger. «Wer fühlt sich so unter Druck gesetzt, dass man sagt, wenn einer wünscht, sagen wir ja?», fragte Kränzlein.