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Negativrekord: 22 000 neue Überschuldungsfälle in Bayern

München (dpa/lby) – In Bayern haben sich nach einer bundesweiten Untersuchung in diesem Jahr mehr Bürger überschuldet als in jedem anderen Bundesland. Demnach haben die Einwohner des Freistaats zwar nach wie vor die bundesweit geringste Überschuldungsquote. Doch gab es zum Stichtag 1. Oktober 22 000 neue Fälle von Überschuldung. Das war sowohl prozentual als auch absolut mehr als in jedem anderen Bundesland, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Schuldneratlas 2017 der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht. Der Anstieg der Überschuldungsfälle schreitet demnach in Bayern seit 2015 schneller voran als in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Deutschlandweit haben laut Creditreform insgesamt 6,9 Millionen Menschen Kredite von zusammen 209 Milliarden Euro aufgehäuft – und sind voraussichtlich langfristig nicht in der Lage, diese Schulden abzustottern. 800 000 davon leben in Bayern. Die Überschuldungsquote im Freistaat liegt bei knapp 7,5 Prozent der Haushalte, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 10 Prozent. In Baden-Württemberg und mehreren anderen Bundesländern ist die Quote der überschuldeten Bürger gesunken.

Überschuldung hat laut Studie mannigfaltige Ursachen: Dazu zählen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung, Sucht oder Unfälle. Besonders stark angestiegen ist laut Schuldneratlas mit einem Plus von 39 Prozent die Zahl der Bürger, die schlicht über ihre Verhältnisse leben. Überdurchschnittlich hoch fällt der Anstieg der Überschuldung bei Frauen und in der Generation über 50 Jahren aus.