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NSU-Prozess: Wohlleben beantragt Freilassung aus der U-Haft

München (dpa/lby) – Der mutmaßliche Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat am Donnerstag im NSU-Prozess die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Seine Anwälte begründeten dies damit, dass er über «gefestigte soziale Bindungen» und einen festen Wohnsitz in Deutschland verfüge. Auch nach mehr als fünf Jahren U-Haft habe Wohlleben «engen Kontakt» zu seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Außerdem habe er eine Zusage für eine Arbeitsstelle. Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestehe nicht. Dem Gericht warfen die Verteidiger vor, den Prozess unnötig in die Länge zu ziehen und damit auch die Untersuchungshaft Wohllebens unzulässig auszudehnen.

Wohlleben ist vor dem Münchner Oberlandesgericht wegen Beihilfe zum neunfachen Mord angeklagt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, die Mordwaffe vom Typ «Ceska» organisiert zu haben. Mit dieser Pistole sollen die beiden mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt aus rassistischen Motiven neun türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende erschossen haben. Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe. Sie lebte fast 14 Jahre mit Mundlos und Böhnhardt im Untergrund und ist als Mittäterin angeklagt.