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Polizei probt grenzüberschreitende Verbrecherjagd

Furth im Wald (dpa/lby) – Polizeieinheiten aus Bayern und Tschechien haben im Grenzgebiet den Ernstfall geprobt. Bei einer Übung nahe Furth im Wald (Kreis Cham) stellten die Beamten am Mittwoch einen Banküberfall mit bewaffnetem Täter sowie den Einsatz nach. Der vermeintliche Täter wurde auf bayerischem Boden gestellt. Möglich macht die grenzüberschreitende Verbrecherjagd der Deutsch-Tschechische Polizeivertrag, der am 1. Oktober 2016 in Kraft trat, wie das Innenministerium in München mitteilte.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und sein tschechischer Amtskollege Milan Chovanec informierten sich vor Ort über die Zusammenarbeit. Der Kooperationsvertrag erlaubt es Polizeistreifen, flüchtende Täter nicht nur in Grenznähe, sondern im gesamten Staatsgebiet des Nachbarlandes zu verfolgen. Gerade international tätige Straftäter und reisende Täterbanden versuchten oftmals, sich innerhalb kürzester Zeit in das Hoheitsgebiet des Nachbarstaates abzusetzen, sagte Herrmann.

Der Minister erinnerte an einen Einsatz im April, bei dem sich die Zusammenarbeit bewährt hat. Damals habe ein Autofahrer bei einer Polizeikontrolle die Flucht ergriffen. Bayerische und tschechische Beamte nahmen die Verfolgung auf und stellten den Mann. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor.

Herrmann sprach sich zugleich für eine Ausweitung der Schleierfahndung aus, die bereits seit 1995 praktiziert wird. «Mit Hilfe unserer Schleierfahnder konnten wir 2016 allein im grenznahen Raum zu Tschechien 5 232 Straftaten aufdecken.»