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SPD scheitert mit Forderung nach Europa-Strophe

München (dpa/lby) – Zwei Strophen müssen reichen: Ministerpräsident Horst Seehofer und die CSU haben der SPD-Forderung nach einer Europa-Strophe für die Bayernhymne eine Absage erteilt. «Hymnen und Verfassungen ändert man nicht im Vorübergehen – das ist meine Auffassung», sagte Seehofer am Rande einer Landtagssitzung am Mittwoch in München – auch wenn die gewünschte Strophe ansprechend sei. Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) sagte in der teils hitzigen Landtagsdebatte: «Wählen Sie dazu ein vernünftiges Verfahren.»

Die SPD hatte anlässlich des 70-jährigen Verfassungsjubiläums per Dringlichkeitsantrag gefordert, den Gewinnerbeitrag eines Schülerwettbewerbs von vor vier Jahren als dritte Strophe der Bayernhymne anzuerkennen: «Gott mit uns und allen Völkern, ganz in Einheit tun wir kund: In der Vielfalt liegt die Zukunft, in Europas Staatenbund. Freie Menschen, freies Leben, gleiches Recht für Mann und Frau! Goldne Sterne, blaue Fahne und der Himmel, weiß und blau.» Vor der Plenarsitzung hatte ein Münchner Frauenchor die Strophe vor dem Plenarsaal gesungen.

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher warb vehement, aber letztlich vergeblich für den SPD-Antrag: «Ich bin mir ganz sicher, dass unsere Verfassungsväter diese Strophe mit voller Begeisterung gesungen hätten.»