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Sturm «Herwart» tobt durch Bayern

München (dpa/lby) – Sturmtief «Herwart» hat am Sonntag vor allem den Norden und Osten Bayerns durchgeschüttelt. Bäume wurden umgerissen und blockierten Straßen und teilweise auch Bahnverbindungen. Es kam zu Hunderten Einsätzen von Feuerwehr und Polizei.

Zwischen Fürth und Cadolzburg (Landkreis Fürth) sowie Tutzing (Landkreis Starnberg) und Kochel (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) waren die Bahnstrecken zeitweise gesperrt. Wegen der schweren Schäden durch den Sturm kann die Deutsche Bahn den Betrieb wichtiger Strecken im Fernverkehr erst am Montag wieder aufnehmen – wer aus Bayern dorthin will, muss umplanen. Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen und Kiel seien zurzeit nicht ans Fernnetz angeschlossen, teilte der Konzern am Sonntag mit.

Besonders von «Herwart» betroffen war Oberfranken und dabei die Region um Hof. Dort zählte die Polizei schon bis zum Mittag mehr als 200 Einsätze. Zumeist ging es um abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume. In der fränkischen Schweiz kam es wegen beschädigter Leitungen teilweise zu Stromausfällen.

In der Oberpfalz hielt «Herwart» die Rettungskräfte ebenfalls auf Trab. Orkanartige Böen fegten über das Land, auch hier musste eine Vielzahl von umgestürzten Bäumen, umgewehten Verkehrszeichen und Baustellenabsperrungen beseitigt werden. In einigen Fällen wurden auch Strom- und Telefonleitungen zerstört. Bei Neustadt/Waldnaab und Cham fielen Bäume auf die Oberleitung und die Gleise der Bahn. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die Mittagstunden. In Bad Kötzting drohte die Mauer eines Neubaus vom Sturm umgedrückt zu werden.

Auf der Bundesstraße 8 bei Hemau sowie auf der Bundesstraße 85 bei Schwandorf wurden zwei Autos von Böen erfasst und in den Straßengraben gedrückt. Bei Tirschenreuth fiel ein umstürzender Baum auf einen Pkw. In allen Fällen blieben die Fahrer unverletzt. In Neumarkt fiel auf 20 Metern Länge ein Baugerüst komplett um. Die vorbeiführende Straße musste bis zur endgültigen Beseitigung komplett gesperrt werden.

In Niederbayern kollidierte in Regen ein Zug mit einem umgestürzten Baum. Lokführer und Zugbegleiter wurden dabei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die drei Fahrgäste der Waldbahn blieben unverletzt. Bei einem Unfall auf der A93 bei Saalhaupt fuhr eine Autofahrerin in einen umgestürzten Baum. Sie wurde leicht verletzt. Insgesamt registrierte die Einsatzzentrale der Polizei in Niederbayern 115 Notrufe.

In Oberbayern musste die Polizei die Autobahn 8 auf einer Strecke von etwa acht Kilometern in beiden Richtungen sperren. Bäume drohten dort umzustürzen. Die Sperrung zwischen den Autobahnausfahrten Neukirchen und Siegsdorf (Landkreis Traunstein) sollte bis zum Nachmittag dauern. Im Süden Oberbayerns fuhr die Polizei bis zum Sonntagmittag 150 Einsätze.