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Vom Handy abgelenkt? Gutachten im Prozess um Zugunglück

Traunstein (dpa/lby) – Im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten rückt am vierten Verhandlungstag die verbotene Handynutzung des Angeklagten in den Mittelpunkt. Vor dem Landgericht Traunstein sagt heute ein Mitarbeiter jener Firma aus, deren Spiel der Fahrdienstleiter bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge am 9. Februar genutzt haben soll. Bei dem Fantasyspiel geht es darum, Dämonen auszulöschen. Der 40-Jährige hatte zu Prozessbeginn die Nutzung seines Smartphones im Dienst gestanden.

Auch hört die Große Strafkammer einen Psychologen zur Frage, inwieweit das Handyspielen die Konzentration des Fahrdienstleiters bei seiner Arbeit im Stellwerk beeinflusste. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dadurch abgelenkt gewesen zu sein. Der Bahnmitarbeiter hatte laut Anklage Signale falsch gestellt und auch den Notruf falsch bedient, mit dem er das Unglück in letzter Sekunde hätte verhindern können.

Der 40-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Die Höchststrafe dafür beträgt fünf Jahre. Beim Zusammenstoß der Nahverkehrszüge waren zwölf Menschen gestorben. 89 Insassen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 5. Dezember verkündet.