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Wallfahrtsort wird letzte Ruhestätte für alte Grabkreuze

Altusried (dpa) – Im Allgäu ist in den vergangenen Jahrzehnten ein besonderer Ruheort für ehemalige Grabkreuze entstanden. Im Wallfahrtsort Gschnaidt bei Altusried (Landkreis Oberallgäu) werden sie seit etwa 30 Jahren in einem Waldgebiet abgestellt. Mittlerweile haben sich in dem Ort nahe der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg mehrere Hundert Kreuze angesammelt.

«Es ist Brauch, die Sterbekreuze nach der Bestattung hier aufzubewahren», erklärt die Marktgemeinde Altusried die Entstehung der ungewöhnlichen Kreuzsammlung. «So stehen sie in großer Zahl dicht beieinander und halten auch noch geraume Zeit die Erinnerung wach.»

Grabkreuze werden unmittelbar nach der Bestattung an das frische Grab gestellt. Sie sind allerdings nur ein Provisorium, bis Grabsteine oder Metallkreuze die Ruhestätten dauerhaft markieren. Nach der vorübergehenden Nutzung wissen viele Angehörige nicht, was sie mit dem Holzkreuz machen sollen. So entstand der «Wald der Kreuze» in Gschnaidt, als die ersten dort ehemalige Grabkreuze abstellten.

Eigentlich ist der Weiler ein Wallfahrtsort mit zwei Kapellen samt Kreuzweg und ein beliebtes Ausflugsziel mit einem Gasthof. Die dortige Wallfahrt wurde erstmals 1665 erwähnt.