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Wolbergs‘ Anwälte kritisieren Ermittlungen

Regensburg (dpa/lby) – Die Anwälte des suspendierten Regensburger Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs (SPD) haben die Staatsanwaltschaft scharf kritisiert. Nachdem die Verteidiger am Montag beantragt hatten, das Hauptverfahren gegen Wolbergs nicht zu eröffnen, begründen sie dies nun unter anderem mit den ihrer Ansicht nach unzureichenden Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Juli Anklage gegen Wolbergs erhoben. Sie wirft ihm unter anderem Bestechlichkeit vor.

Bei den Ermittlungen entstandene Lücken seien mit «bloßen Spekulationen und Mutmaßungen gefüllt» worden, heißt es in einer Stellungnahme von Wolbergs‘ Anwalt Peter Witting vom Donnerstag. Es sei zu bemängeln, «dass die Ermittlungsbehörden offensichtlich nur der Arbeitshypothese «Korruption im Rathaus» gefolgt sind und entgegenstehende Aspekte entweder gar nicht erst ermittelt oder schlicht ausgeblendet haben».

Wolbergs soll laut Staatsanwaltschaft einen Unternehmer bei der Vergabe eines früheren Kasernenareals im Oktober 2014 bevorzugt haben. Im Gegenzug soll der Firmenchef an die Regensburger SPD von September 2011 bis März 2016 rund 475 000 Euro gespendet haben. Der Bauunternehmer, ein früherer Mitarbeiter des Unternehmers und der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD im Regensburger Stadtrat sind ebenfalls beschuldigt. Wolbergs weist die Vorwürfe zurück.