Blick von der Markusbrücke aus auf die Regnitz und das Stadtviertel "Klein Venedig"., © Daniel Karmann/dpa

30 Jahre Welterbe: Bamberg startet ins Jubiläumsjahr

Das Fischerviertel Klein-Venedig, der beeindruckende Dom und ein Rathaus mitten auf einer Flussinsel: Bambergs Altstadt ist seit 1993 Unesco-Weltkulturerbe. Das Jubiläumsjahr steht nun an: Gefeiert wird das ganze Jahr 2023 über, so etwa am Unesco-Welterbetag am 27. Mai oder auch beim «Tag der offenen Gärtnereien» am 30. April. Zum Welterbe gehört nämlich auch die Gärtnerstadt mit ihren historischen Gärtnerhäusern und Anbauflächen.

Im Dezember 1993 fiel die Entscheidung der Unesco-Kommission, dass Bamberg zum Welterbe wird – und zwar nicht nur einzelne Gebäude, sondern ein 142 Hektar großes, mehr als 1300 Einzeldenkmäler umfassendes Areal.

Die Begründung der Unesco: Bamberg sei ein einzigartiges Beispiel für eine mitteleuropäische Stadt, die sich auf Basis einer frühmittelalterlichen Grundstruktur entwickelt hat. Bei der Unesco heißt es: «Die Stadt ist ein einzigartiges und sehr gut erhaltenes städtebauliches Gesamtkunstwerk – eine Synthese der Architektur aus Hochmittelalter und Barock.»

Bamberg hatte Glück im 2. Weltkrieg – anders als viele andere Städte wurde die Innenstadt vom Bombenhagel nicht stark getroffen, so dass die historische Bausubstanz erhalten blieb.

Bei Touristinnen und Touristen ist Bamberg deshalb sehr beliebt: 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, zählte die Stadt 753.220 Übernachtungen – rund dreimal so viel wie noch 1993. Dazu kommen noch zahlreiche Tagesausflügler, die nicht selten bei Flusskreuzfahrten Bamberg ansteuern und ein paar Stunden von Bord gehen, um die Altstadt anzuschauen. Gerade bei Einheimischen ruft diese Form des Tourismus – große Gruppen laufen eilig durch den Dom – immer wieder Kritik hervor.

Das idyllische Ambiente der Bamberger Altstadt lockte auch in der Corona-Zeit vor allem viele junge Menschen an. Sie trafen sich zum Feiern auf der Unteren Brücke nahe dem historischen Rathaus, weil Kneipen, Clubs und Cafés geschlossen hatten. Die Anwohnerinnen und Anwohner beklagten sich über Lärm und Müll. Es kam auch zu Polizeieinsätzen, die Stadt ließ die Brücke deshalb zeitweise nachts sperren. Im vorigen Sommer wurde deshalb ein Biergarten auf der Brücke installiert.