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Ärztekammer: Söders kostenlose Tests überlasten Labore

München (dpa/lby) – Die bayerische Landesärztekammer hat die von der Staatsregierung bezahlten Corona-Tests für Bürger ohne Symptome kritisiert. «Die bislang praktizierte Corona-Teststrategie führt leider, wie ich befürchtet habe, zu einer Überlastung der Labore», sagte Kammerpräsident Gerald Quitterer dem «Münchner Merkur» (Freitag). Außerdem gebe es teilweise bereits Lieferengpässe bei den benötigten Reagenzien. Quitterer plädierte deswegen dafür, sich bei den Tests auf Patienten mit Symptomen, Risikogruppen, medizinisches Personal und Patienten vor einem Krankenhausaufenthalt oder der Aufnahme ins Pflegeheim zu konzentrieren.

Das bayerische Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage der Zeitung, «dass die „Testung für jedermann“ in der Laborauslastung eine eher nachrangige Rolle spielt». Das Testprogramm für jedermann und jederfrau war im Sommer angelaufen, in den ersten drei Monaten hatten sich bis Ende Oktober über 700 000 Bürger auf den Covid-19-Erreger untersuchen lassen.