© Stefan Puchner

Airbus-Auftrag macht Hoffnung für Beschäftigte in Augsburg

Augsburg (dpa) – Gute Nachricht für die Beschäftigten der Augsburger Airbus-Tochter Premium Aerotec: Für die neue Langstreckenversion der Airbus-A320-Familie – den A321 XLR – werde Premium Aerotec den hinteren Mitteltank bauen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte, mit dem Auftrag könne «eine signifikante Zahl der 1100 gefährdeten Jobs in Augsburg abgesichert werden».

Die auf Leichtbauelemente spezialisierte Firma erwägt den Abbau von 1100 der 3600 Stellen in Schwaben, weil die Auslastung schlechter wird, unter anderem wegen der auslaufenden Herstellung des großen Airbus A380. Premium-Aerotec-Cchef Thomas Ehm sagte: «Das neue Arbeitspaket wird einen positiven Einfluss auf die Höhe der ab Ende 2020 an den Auslastungsrückgang anzupassende Mitarbeiterzahl haben.» Die Einzelteilfertigung soll im Frühjahr starten; die Montage der ersten Tanks werde ab Herbst 2020 in Augsburg stattfinden.

Premium Aerotec hat mit 10 000 Beschäftigten in Augsburg, Bremen, Hamburg, Nordenham und Varel sowie im rumänischen Braşov 2018 rund 2 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Das Unternehmen entwickelt und baut aus Metall- und Kohlenstofffaserverbundstoffen Teile für sämtliche Airbus-Flugzeuge, den Eurofighter und den Militärtransporter A400M. Beim Auftrag für den neuen Tank profitiert es von der Erfahrung bei der Fertigung des Eurofighter-Rumpfmittelteils in Augsburg, das einen vergleichbaren Integraltank enthält.

Aiwanger sagte, der Auftrag «bringt wieder Hoffnung in die Region, die zuletzt immer wieder von negativen Meldungen belastet wurde». Es brauche aber weiter große Anstrengungen, um Premium Aerotec «nachhaltig wettbewerbsfähig und konkurrenzfähig für weitere Arbeitspakete zu machen». Die Staatsregierung hatte ein 40 Millionen Euro schweres Forschungsprogramm für die Region beschlossen. Es soll die Nutzung von Leichtbauwerkstoffen und die Digitalisierung von Fertigungsprozessen voranbringen.