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Allerlei auf dem Osterei: Skurrile Eiersammlung im Allgäu

Nesselwang (dpa/lby) – Etwa 15 Millimeter messen die Figuren auf dem Osterei – wie der Skifahrer, der über die Ziellinie düst. «Es ist ein besonderes Ei. Das Motiv passt perfekt zu uns ins Allgäu», sagt Monica Nusser, die Gründerin des Ostereiermuseums im schwäbischen Nesselwang (Landkreis Ostallgäu). Das Straußenei hat die 70-Jährige von einer Künstlerin aus Coburg bekommen.

Rund um die Ostertage erwartet Nusser großen Andrang im Museum. In 22 Glasvitrinen reihen sich die rund 2700 Eier ihrer Sammlung. Viele hat sie selbst gestaltet: bemalt, beklebt, bestickt, gesägt, gefräst, gebohrt. Ein Gänseei hat sie mit einem Zahnarztbohrer 2160 Mal durchlöchert. «Es ist faszinierend, wie vielseitig man Eier gestalten kann», sagt Nusser. Die Exponate kommen aus der ganzen Welt, aus Argentinien, Japan, Jordanien, Rumänien, dem Oman und dem Iran.

Mit einem bestimmten Ausstellungsstück aber kann keines konkurrieren: ein Ei, auf das ihre Familie gemalt ist. Ihre Schwester hat es zur Geburt von Nussers Sohn geschenkt. Knapp 40 Jahre ist das her – der Beginn aller «Eierfreuden», wie die Renterin ihr ausgefallenes Hobby bezeichnet. Seither sammelt sie nicht nur Vogeleier von Henne, Gans, Pfau, Auerhuhn und Pinguin, sondern auch Natureier von Krokodil, Schildkröte und verschiedenen Schlangenarten. «Das kleinste ist nicht größer wie eine Stecknadel: ein Nacktschneckenei», erzählt Nusser.

«Schrumpeleier» seien ihre Lieblinge: «Diese sind deformiert und manchmal länglich wie eine Wurst», erklärt die Expertin. Wer genau in die Regale schaut, findet außerdem noch einen weiteren Exoten: Eine Nikolausfigur mit der Aufschrift: «Ich habe mich wohl verirrt.»