Ein Greenpeace-Aktivist landet mit einem Motorschirm-Flieger bei einer Protestaktion auf dem Spielfeld., © Christian Charisius/dpa

Anklage nach missglückter Protestaktion bei Fußball-EM

Die missglückte Protestaktion mit einem Gleitschirm und zwei Verletzten während der Fußball-EM 2021 in München hat ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft München I hat gegen den Piloten sowie einen mutmaßlichen Helfer Anklage erhoben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Sie wirft dem Piloten vorsätzliche Gefährdung des Luftverkehrs sowie fahrlässige Körperverletzung in zwei Fällen vor. Ein mutmaßlicher Helfer des Mannes muss sich wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Gefährdung des Luftverkehrs verantworten. Der Pilot soll am 15. Juni 2021 kurz vor Beginn des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich in der Münchner Allianz Arena trotz Flugverbots einen Gleitschirm über das Stadion geflogen haben.

Dabei verfing sich der Gleitschirm den Angaben zufolge in einem Stahlseil und geriet in einen Sturzflug. Durch einen Kontakt mit dem Fluggerät zog sich ein Mitarbeiter des französischen Fernsehens eine Prellung zu und musste in einer Klinik behandelt werden. Zudem wurde ein UEFA-Beauftragter durch ein vom Flieger abgelöstes Teil im Gesicht getroffen. Der Mann musste im Krankenhaus behandelt werden. Der mutmaßliche Helfer des Mannes soll die Polizei im Stadion kurz davor über die Aktion informiert haben, um so zu verhindern, dass der Pilot durch Sicherheitsmaßnahmen verletzt oder gar getötet wird. Das Amtsgericht München wird über die Zulassung der Anklage entscheiden.