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Anklage wegen Betrugs mittels elektronischer SIM-Karten

Bamberg/Würzburg (dpa/lby) – Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) hat Anklage gegen zwei Männer und eine Frau aus Unterfranken wegen mehrerer Straftaten im Internet erhoben. Der 33-jährige Hauptverdächtige soll sich mit Hilfe von elektronischen SIM-Karten (eSIM) Zugang zu fremden Bankkonten verschafft haben, teilten ZBC und Polizei am Mittwoch mit.

Demnach habe sich der 33-Jährige zusammen mit einem noch unbekannten Verdächtigen die Login-Daten seiner Opfer für die Kundenprofile bei Telefonanbietern erschlichen. Im nächsten Schritt hätten sie sich in deren Bankkonten eingeloggt, die Passwörter dafür hätten sie sich zuvor im Darknet verschafft.

Nach Angaben der Ermittler schicken Online-Banking-Portale – eigentlich zum Schutz vor Angriffen – sogenannte mTAN-Codes auf das Handy der Kontobesitzer. Die Verdächtigen hätten aber mithilfe der eSIM-Karten deren Handynummern übernommen. So sei der per SMS verschickte Code direkt bei ihnen angekommen.

«Ab diesem Zeitpunkt konnten sie frei über das Konto verfügen und Überweisungen ausführen», heißt es in der Mitteilung von ZBC und Polizei. Die Ermittler hätten durch das Stoppen von Überweisungen den Verlust von 200 000 Euro verhindern können. Bundesweit seien bislang 27 Geschädigte bekannt.

Die ZCB wirft zudem der Ehefrau des Hauptverdächtigen vor, im Internet auf betrügerische Weise Waren im Wert von mehr als 23 000 Euro bestellt zu haben. Die Waren seien an eine Packstation geliefert worden, die Zugangsdaten dafür habe sich die 33-Jährige im Darknet bestellt. Außerdem habe das Ehepaar zusammen mit einem 35-Jährigen aus dem Landkreis Kitzingen verschiedene Betäubungsmittel im Darknet bestellt und weiterverkauft. Die beiden Männer sitzen nach Angaben der Ermittler in Untersuchungshaft.