Gregor Scheller, Chef des Genossenschaftsverbandes Bayern, spricht., © Tobias Hase/dpa/Archivbild

Banken in Bayern sehen Chance auf Ende der Strafzinsen

Die Genossenschaftsbanken und Sparkassen in Bayern sehen Chancen für ein Ende der Negativzinsen für Privatanleger mit hohen Geldanlagen. «Sollte die EZB in diesem Jahr auch die Verwahrentgelte, die sie von den Banken verlangt, senken, dürften auch die Verwahrentgelte für die wenigen betroffenen Kundinnen und Kunden an Bedeutung verlieren», sagte der Chef des Genossenschaftsverbandes Bayern, Gregor Scheller der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte eine moderate Zinsanhebung für Juli angekündigt.

«Auch wenn die Verwahrentgelte verschwinden, sind auf Einlagen auf absehbare Zeit weiterhin keine hohen Zinsen zu erwarten», schränkte Scheller allerdings die Erwartungen ein.

Auch der Sparkassenverband Bayern erwartet mittelfristig ein Ende der Strafzinsen für Privatanleger mit hohen Geldanlagen bei den Instituten. «Nach konsequenter Anhebung aller Zinsinstrumente deutlich über Null hinaus könnte auch die Geschäftspolitik der Sparkassen in einen Normalmodus zugunsten ihrer Einlegerinnen und Einleger zurückführen», sagte der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Reuter, der Zeitung. «Im Moment sind wir davon leider noch ein gutes Stück entfernt», fügte er hinzu. Erst müssten entsprechende Maßnahmen der Zentralbanken getroffen werden. Die 61 bayerischen Sparkassen träfen jedoch ihre geschäftspolitischen Entscheidungen jeweils selbstständig. Nur ein kleiner Teil unserer Kundinnen und Kunden hat allerdings Einlagen, die die Freigrenze für Verwahrentgelte übersteigen», sagte Reuter.

Der Sparkassenpräsident warnte vor einer schleichenden Geldentwertung: «Hohe Inflation darf kein akzeptierter Zustand werden», betonte Reuter. «Deshalb müssen wir unsere Stimme laut erheben und darauf dringen, dass die Inflationsbekämpfung kraftvoll vorangetrieben wird», sagte er. «Es muss alles unternommen werden, damit die Inflation unter Kontrolle gebracht wird», forderte Reuter.