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Baubranche bislang stärker als Corona: Umsatzplus erwartet

München (dpa/lby) – Das bayerische Baugewerbe hat die Corona-Krise bislang weitgehend unbeschadet überstanden. Auch in diesem Jahr erwartet die Baubranche steigende Umsätze, getragen vor allem vom Wohnungsbau. Das berichtete Wolfgang Schubert-Raab, Präsident der bayerischen Baugewerbeverbände, am Dienstag in München. Allerdings hinterlässt die Krise durchaus ihre Spuren: «Vor allem im öffentlichen Bau und im gewerblichen Bau gibt es im letzten Quartal Umsatzrückgänge», sagte Schubert-Raab. «Die Umsatzentwicklung im Wohnungsbau ist generell positiv.»

Dies deutet darauf, dass die Wohnungsunternehmen weiter bauen lassen, nicht aber Behörden und Unternehmen. Die öffentliche Hand leidet unter sinkenden Steuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Ausgaben, und viele Unternehmen sind mit dramatischen Umsatzeinbrüchen konfrontiert.

Zur Bauwirtschaft in Bayern gehören 13 400 Unternehmen mit etwa 170 000 Mitarbeitern. Derzeit haben die Baufirmen noch einen Auftragsbestand von über dreieinhalb Monaten in den Büchern stehen. Für das kommende Jahr sind die Perspektiven jedoch ungewiss. So erklärte in einer Umfrage unter 450 Mitgliedsunternehmen mehr als die Hälfte der Straßenbaufirmen, dass sie 2021 mit sinkenden Umsätzen rechnen.

Die Bauverbände fordern von der Staatsregierung daher ein «Bau- und Aufbauprogramm» für die Zeit nach Corona. Alle derzeitigen Megatrends erforderten nämlich im Kern Baulösungen, argumentiert die Bauindustrie – ob Energiewende, Verkehrswende, Klimawandel, oder bezahlbarer Wohnraum. Der Forderungskatalog beinhaltet unter anderem vermehrte öffentliche Bauaufträge, die Aufstockung des Budgets für den Staatsstraßenbau auf eine halbe Milliarde Euro ebenso wie Investitionen in die Eisenbahn.