Der bayerische DGB-Bezirkschef Bernhard Stiedl spricht auf einer Bühne., © Werner Bachmeier/DGB Bayern/dpa/Archivbild

Bayerische Debatte über nachgeholte Feiertage

Vor dem 1. Mai am kommenden Sonntag hat der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl eine Debatte über einen zusätzlichen freien Tag angeregt. «Das Nachholen von Feiertagen, die auf einen Sonntag fallen, ist aus meiner Sicht eine Überlegung wert, da es für Beschäftigte arbeitsfreie Zeit bedeutet und somit mehr Zeit für Hobbys und Familie zur Verfügung steht», sagte der Gewerkschafter am Donnerstag in München. Viele Menschen seien gegenwärtig extrem gefordert und teilweise auch überfordert.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft betonte dagegen, einen Feiertag könne man auch dann feiern, wenn er auf ein Wochenende falle. Bei Forderungen nach einem nachgeholten Feiertag «steht nicht mehr der religiöse, historische oder gesellschaftspolitische Anlass im Vordergrund, sondern die Freizeit», sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Aber «Deutschland hat schon heute mehr freie Tage als der Durchschnitt der Industrieländer, und Bayern hat mehr Feiertage als jedes andere Bundesland». Jeder zusätzliche freie Tag lasse das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozentpunkte schrumpfen.

Nach dem 1. Mai fällt dieses Jahr auch der 25. Dezember auf einen Sonntag, ebenso wie der Neujahrstag eine Woche später. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Jan Korte hatte eine Gesetzesinitiative angekündigt, «damit künftig keine Feiertage mehr ausfallen». Die nordrhein-westfälische DGB-Landesvorsitzende Anja Weber sagte, das sei «ein guter Vorschlag». Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke forderte, «gesellschaftlich darüber zu diskutieren, dass Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, nachgeholt werden können».