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Bayerns Bischöfe gegen strengere Regeln für Kirchenasyl

München (dpa/lby) – Die bayerischen Bischöfe fordern das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) auf, strengere Regeln für das Kirchenasyl zurückzunehmen. «Wir bedauern sehr, dass das Bamf seit 2018 einseitig die Dinge verschärft hat und finden das nicht richtig», sagte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag. «Da glauben Leute, wir verstecken die irgendwo im Keller. Das ist nicht richtig.»

Es gebe ein ganz klar geregeltes Verfahren. «Jedem Kirchenasyl geht stets reifliche Überlegung, Beratung und Gewissensbefragung voraus», heißt es in der Abschlusserklärung der Freisinger Bischofskonferenz. Außerdem habe das Bundesverwaltungsgericht zu Gunsten der Kirchen entschieden, betonte Marx. «Ihr seht, dass wir da nicht auf dem falschen Dampfer sind.» Ende Juli zählte das Katholische Büro in Bayern 28 aktuelle Kirchenasyl-Fälle im Freistaat – dazu kommen den Angaben zufolge 18 weitere in der evangelischen Kirche.

Das seit August 2018 geltende Verfahren verpflichtet Kirchen dazu, für jeden Kirchenasylfall ein Härtefalldossier beim Bamf einzureichen. Stellt die Behörde daraufhin keine besondere Härte fest, müssen abgelehnte Asylbewerber das Kirchenasyl innerhalb von drei Tagen verlassen.