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Bayerns Wälder leiden unter Trockenheit und Hitze

München (dpa/lby) – Der Klimawandel macht Bayerns Wäldern zu schaffen: Sie leiden unter Trockenheit und Hitze. Der Zustand der Bäume hat sich in diesem Jahr nach drei heiß-trockenen Sommern weiter verschlechtert, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten Waldbericht 2020 des Forstministeriums hervorgeht.

«Das zeigt uns deutlich, wie wichtig es ist, unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen», betonte Ministerin Michaela Kaniber (CSU). «Nur wenn wir es schaffen, unsere Wälder mit zukunftsfähigen Baumarten zu verjüngen, stellen wir sicher, dass wir auch künftigen Generationen artenreiche und gemischte Wälder hinterlassen.»

Der mittlere Nadel- und Blattverlust aller Baumarten, mit dem der Zustand der Wälder beurteilt wird, stieg 2020 um 3,3 Punkte auf 28 Prozent erneut deutlich an. Grund waren laut Ministerium die lang anhaltend hohen Temperaturen verbunden mit geringen Niederschlagsmengen.

Am stärksten betroffen ist der Norden des Freistaats, wo besonders wenig Regen fiel. In Franken sind daher inzwischen fast alle Baumarten schlechter beieinander als in Südbayern; besonders Fichten und Kiefern kamen mit den wiederkehrenden Trockenheitsphasen schlecht zurecht. Der mittlere Nadel- und Blattverlust aller Arten lag in Nordbayern mit gut 32 Prozent deutlich über dem bayerischen Mittel und gravierend über dem Wert Südbayerns mit rund 22 Prozent.

Für die Förster erfreulich ist die Entwicklung bei den Eichen, die vergleichsweise gut mit der Trockenheit zurechtkamen. Sie sollen deshalb als heimische Baumart auch künftig eine wichtige Rolle beim Aufbau klimatoleranter, stabiler und zukunftsfähiger Mischwälder spielen. Bei der Buche hingegen gab es mit Ausnahme des Alpenraums in allen Regionen Verluste.

Um Bayerns Wälder – sie bedecken gut ein Drittel der Landesfläche – klimafest zu machen, fördert die Staatsregierung den Umbau der vielerorts noch vorherrschenden Monokulturen in Mischwälder mit mehreren verschiedenen Baumarten. Bis 2030 sollen 200 000 Hektar Privat- und Körperschaftswald umgerüstet werden; rund 76 000 Hektar sind laut Forstministerium bereits geschafft. In Bayern gibt es etwa 700 000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer; die Bayerischen Staatsforsten sind mit Abstand die größten davon.

Die Daten zum Waldzustand basieren auf einer jährlichen Erhebung durch speziell geschulte Försterinnen und Förster. Sie haben im Sommer die Waldbäume an landesweit 314 Inventurpunkten begutachtet. Die Ergebnisse stellte Kaniber am Mittwoch im Landtag vor.