Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm während einer Pressekonferenz., © Armin Weigel/dpa

Finanzen und Klimaproteste beschäftigen Landessynode

Die evangelische Kirche in Bayern will ihre Ausgaben deutlich reduzieren. Dafür hat sie sich ein strenges Sparprogramm auferlegt. Mit der Frage, wo der Rotstift angesetzt werden kann, befassen sich aktuell die Mitglieder der Landessynode bei ihrer Herbstversammlung in Amberg. Einen ersten Schritt haben sie bei sich selbst gemacht und ihre Tagung um einen Tag gekürzt. Ein weiterer Vorteil sei, dass ehrenamtlich tätige Synodale die Tagung dann leichter mit ihrem Beruf in Einklang bringen könnten, sagte Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel.

Einen ausgeglichenen Haushalt 2023 stellte am Montag Oberkirchenrat Patrick de La Lanne, Leiter der Finanzabteilung im Landeskirchenamt, vor. Demnach stehen 980 Millionen Euro an Einnahmen Ausgaben in Höhe von 948 Millionen Euro gegenüber, was einen Jahresüberschuss von 32 Millionen Euro bedeutet. Mit 82 Prozent den Löwenanteil der Einnahmen mache die Kirchensteuer aus. Der Jahresabschluss 2021 falle mit einem Plus von 98 Millionen Euro «sehr erfreulich» aus, jedoch sei im Jahr zuvor ein Minus von 66 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Bis ins Jahr 2030 will die Landeskirche 189 Millionen Euro einsparen. Die Einsparpotenziale festzulegen, sei eine Herausforderung, sagte Joachim Pietzcker, Vorsitzender des synodalen Finanzausschusses. In vielen Kirchengemeinden gebe es deswegen Besorgnis. Er versicherte aber: «Wir wollen uns vom kirchlichen Leben in der Fläche nicht verabschieden.»

Vergangenheitsbewältigung betreibt die Landeskirche beim Thema der früher zwangsweise geteilten Pfarrstellen. Zwischen 1984 und 2009 bekamen in der Landeskirche Pfarrerehepaare regelmäßig zusammen nur eine ganze Stelle, auch wenn beide Ehepartner gerne voll arbeiten wollten. Damals gab es den Angaben nach deutlich mehr Bewerber als verfügbare Pfarrstellen. Für die 667 Betroffenen bedeutete dies unter anderem Einbußen bei der Rente. Als Zeichen der Anerkennung sollen sie eine Einmalzahlung von 40.000 Euro erhalten. Die Beschlüsse wollen die Synodalen zum Abschluss ihrer Tagung am Mittwoch fassen.

Die Proteste von Klimaaktivisten beschäftigen die Kirche ebenfalls. Das sei in der Glaubens-DNA verwurzelt, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und forderte eine Versachlichung der Debatte. Nicht die Protestform der Aktivisten sollte im Zentrum der Diskussion stehen, sondern deren Inhalte. Die Dringlichkeit, mit der junge Leute in ihrem Protest auf den Klimawandel hinwiesen, müsse gehört werden, sagte er. Die Protestformen seien sicher umstritten, jedoch sollten die Aktivisten nicht in die Nähe von Gewalttätern gerückt werden.

Vielmehr müsse alles getan werden, um die Zerstörung der Schöpfung zu stoppen. «Wir müssen der nachfolgenden Generation eine Welt hinterlassen, in der unsere Enkel und Urenkel mindestens so gut leben können wie wir jetzt.»

Zum kürzlich von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg gefassten Beschluss über ein Tempolimit für kirchliche Autofahrten von 100 und 80 Stundenkilometern auf Autobahnen und Landstraßen sagte Bedford-Strohm: «Nach Amberg bin ich mit einem Elektroauto gefahren, und wir sind zwischen 100 und 110 gefahren.» Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel sagte, dass es hier um Selbstverpflichtung geht. «Wer verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgeht, der rast nicht mit 200 km/h über die Autobahn.» Dafür brauche es keine rigorosen Vorgaben. Am besten sei ohnehin, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, jedoch sei das auch nicht immer möglich, sagte Preidel.

Die Synode hat 108 Mitglieder und wird für sechs Jahre gewählt. Sie entscheidet über den Haushalt der Landeskirche, beschließt Gesetze und wählt den Landesbischof. Die Landessynode tagt in der Regel im Herbst und im Frühjahr.