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Bevölkerungsprognose: Stadt-Land-Gefälle wird sich zuspitzen

Fürth (dpa) – In zwölf Jahren werden in Bayern mehr Menschen leben als heute, sie werden im Schnitt um etwa eineinhalb Jahre älter sein, städtische Ballungsräume werden weiter zugunsten vieler ländlicher Regionen gewonnen haben. So lautet die Prognose des bayerischen Demographie-Spiegels, der am Mittwoch von Innenministerium und Bayerischem Landesamt für Statistik vorgestellt wurde. Vor allem Gemeinden in Oberbayern werden demnach größer, Gebiete in Ober- und Unterfranken sowie allgemein im Grenzland dagegen bevölkerungsärmer.

Um weiter zu wachsen, ist der Freistaat demnach auf Zuwanderung angewiesen: 2020 starben in Bayern 15.000 mehr Menschen als Kinder geboren wurden. Das Bevölkerungswachstum beruht darauf, dass mehr Menschen nach Bayern ziehen als umgekehrt. Die Vorausberechnungen beruhen auf der Analyse der vergangenen Geburten-, Sterbe- und Wanderungsentwicklung. Sie dürften nicht als exakte Vorhersagen missverstanden werden, schränkten die Statistiker ein.

2033 werden der Prognose nach rund 13,46 Millionen Menschen in Bayern leben. Ende 2019 waren es rund 13,12 Millionen – ein Zuwachs von rund 2,6 Prozent. Der Freistaat würde somit langsamer wachsen als in den vergangenen Jahren. Rund ein Viertel der Bevölkerung wird in zwölf Jahren älter als 65 Jahre alt sein, 2019 war es nur rund ein Fünftel.

Rund 60 Prozent der Kommunen können bis 2033 mit Bevölkerungswachstum rechnen, viele davon liegen in Oberbayern, Schwaben sowie in den landesinneren Gebieten Niederbayerns und der Oberpfalz. Vor allem in Unter- und Oberfranken sowie im oberpfälzischen und niederbayerischen Grenzland wird dagegen Bevölkerungsschwund erwartet. Dort wird die Bevölkerung im Schnitt auch deutlich älter als in vielen anderen Gebieten sein. Für 54 Gemeinden sagen die Statistiker ein Bevölkerungs-Minus von mehr als zehn Prozent voraus.

«Wir müssen dafür sorgen, dass ländliche Regionen nicht abgehängt werden und gleichzeitig die Ballungsräume entlasten», sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch. Positive Effekte erhoffe er sich von Trends zu Digitalisierung und mehr Homeoffice.

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