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Bluttat an Bushaltestelle: Frau wegen Mordes vor Gericht

Augsburg (dpa/lby) – Nach einem tödlichen Streit an einer Augsburger Bushaltestelle steht eine 20 Jahre alte Frau ab heute wegen Mordes vor Gericht. Die junge Deutsche soll mit einem Klappmesser einen 28-Jährigen derart heftig in die Brust gestochen haben, dass der Mann binnen weniger Minuten starb. Da die Angeklagte im juristischen Sinn Heranwachsende ist, wird das Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts Augsburg geführt.

Am 27. November 2020 war der 28-Jährige früh abends an der Haltestelle niedergestochen worden, der Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Die Kripo hatte damals nach einem jungen Paar gefahndet, das mit dem Opfer eine Auseinandersetzung gehabt habe und geflüchtet sei.

Am nächsten Morgen wurden die damals noch 19 Jahre alte Angeklagte sowie ihr mutmaßlicher Begleiter festgenommen. Der heute 28 Jahre alte Mann wurde aber wieder freigelassen, weil er an dem Tötungsdelikt nicht beteiligt gewesen sein soll.

Ursprünglich sollen sich laut Anklage zwei jeweils dreiköpfige Gruppen einen verbalen Schlagabtausch an der Haltestelle geliefert haben. Dies soll zu einer Rangelei zwischen dem Opfer und dem Freund der Angeklagten geführt haben. Deswegen soll die Frau ihr Messer aus ihrer Tasche genommen und zugestochen haben. Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage eingeplant, ein Urteil könnte Mitte August verkündet werden.

Die Bluttat auf offener Straße hatte damals für viel Aufsehen in Augsburg gesorgt. Einige zogen auch Parallelen zu der Gewalttat am Augsburger Königsplatz im Advent 2019. Damals hatte ein Jugendlicher einen Mann so heftig geschlagen, dass das Opfer an einer Gehirnblutung starb.

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