Johannes Thingnes Bö aus Norwegen in Aktion., © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Bö fühlt sich stärker denn je: Doll gibt trotzdem nicht auf

Der fünfmalige Biathlon-Olympiasieger Johannes Thingnes Bö scheint nach seinem 60. Weltcupsieg weiterhin unschlagbar – und fühlt sich auch selbst stärker denn je. «Die fünfte Runde hat sich für mich so einfach wie die erste angefühlt. Das habe ich noch nie in einem Einzelrennen erlebt. Es sieht so aus, als ob ich auch in den langen Rennen stark sein kann», sagte der Norweger nach seinem Sieg im Einzel über 20 Kilometer in Ruhpolding. Trotz zwei Schießfehlern konnte Bö mit einer Laufzeit von mehr als einer Minute Vorsprung auf den Rest des Feldes seinen achten Saisonsieg feiern und ließ sich auch vom Chaos um mehrere Stromausfälle in der Chiemgau Arena nicht beirren.

«Es ist keine Gewohnheit, aber die Emotionen sind nicht mehr so groß», sagte der 29-Jährige, der auch in der Männer-Staffel am Freitag (14.25 Uhr/ARD und Eurosport) starten will. Beim vergangenen Weltcup in Slowenien hatte der Norweger noch auf einen Einsatz in der Staffel verzichtet. Weitere Pausen und damit Siegeshoffnungen für die Konkurrenz plant der Gesamtweltcup-Führende aber nicht. «Ich liebe es, Rennen zu laufen und ich denke, dass ich den Rest der Saison weiter starten werde», sagte Bö.

Auch sein Teamkollege Vetle Sjaastad Christiansen, der im Einzel mit einem Schießfehler hinter Bö auf Platz zwei landete, hat wenig Hoffnung. «Vielleicht ist es möglich, ihm näherzukommen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es möglich ist, ihn zu schlagen. Auf jeden Fall muss er dafür Fehler schießen», sagte Christiansen. Auf die hofft auch Benedikt Doll, der im Einzel als Sechster bester Deutscher wurde. «Das ist sehr beeindruckend und freut mich für ihn, aber wir werden trotzdem unser Bestes geben, ihn irgendwann einmal vielleicht noch runterzuhauen. Vielleicht gibt er uns mal irgendwann die Chance», sagte Doll.

Unklar blieben zunächst weiter die genauen Gründe für mehrere Stromausfälle am Mittwoch während des Rennens im Stadion. Die Aufarbeitung der Zwischenfälle, die auch den Ausfall der Live-Fernsehbilder zur Folge hatten, sollte am Donnerstag weitergehen. Die Veranstalter rechneten damit, dass es im Einzel der Frauen keine Probleme mehr gibt.