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1. FC Nürnberg verliert gegen Bremen nach späten Toren

Nürnberg (dpa/lby) – Frustriert stapften die Nürnberger Profis vom Spielfeld. Der Ärger beim «Club» war groß nach dem 1:2 (1:0) gegen den Werder Bremen in einem packenden und hochintensiven Fußballspiel. Eine Woche nach der ersten Auswärtsniederlage erwischte es den 1. FC Nürnberg am Freitagabend gegen in der 2. Liga auch daheim. Mit der zweiten Saisonniederlage verpasste das Team von Trainer Robert Klauß es, in der Tabelle oben dranzubleiben. «Wir hatten nach der Pause keine Spielkontrolle mehr», kommentierte Klauß.

Stürmer Niclas Füllkrug (80. Minute) und der eingewechselte Leonardo Bittencourt (88.) wendeten mit ihren späten Toren die Partie für die Bremer, die lange ihre Chancen nicht verwerten konnten und auch immer wieder am herausragenden Torwart Christian Mathenia verzweifelten.

Als «sehr ärgerlich» bezeichnete Mathenia die Niederlage. «Das war nicht gut genug für ein Heimspiel, zu passiv», sagte auch Christopher Schindler. Der Innenverteidiger vermisste nach dem 1:0 den Mut im eigenen Ballbesitz. Vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion hatte der nur 1,71 Meter große Nikola Dovedan in der 19. Minute eine präzise Flanke von Taylan Duman freistehend ins Bremer Tor geköpft. «Ich hatte das Gefühl, dass uns das Tor nicht geholfen hat», sagte Schindler. Füllkrug und Bittencourt belohnten in der zweiten Häfte den Sturmlauf der wuchtig angreifenden Gäste.

Der «Club» schaffte zu wenig Entlastung, kam offensiv kaum noch zu Abschlüssen. «So wie wir es gemacht haben, war es abzusehen. Wir haben uns hinten reindrücken lassen», sagte Schindler zu den späten Gegentoren. Die Nürnberger bleiben bei 21 Punkten stehen.

Auf dem Rasen ging es intensiv zur Sache. Werders Manko war lange der Abschluss. Marvin Ducksch scheiterte mehrfach am starken Mathenia, ebenso Manuel Mbom und Romano Schmid. Ein Freistoß von Ducksch klatschte an den Pfosten (71.). «Mathenia hat das Spiel seines Lebens gemacht. Er hat alles gehalten», sagte Werder-Trainer Markus Anfang.

«Die Abwehrreihe hat trotzdem einen guten Job gemacht», urteilte der verärgerte Mathenia. Nürnbergs Maskenmann Asger Sörensen warf sich in der Abwehr eine Woche nach einem Jochbeinbruch im Gesicht mutig in die Zweikämpfe. Nach der Pause kam auch Tom Krauß nach seiner Gehirnerschütterung aus dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV zu einem 45-Minuten-Comeback.

Offensives Schwungrad war gerade vor der Pause Mats Möller Daehli. Der Norweger entzog sich immer wieder der Manndeckung durch Bremen Ilia Gurev, indem er auf die Flügel auswich. Nach einem Solo über links legte Möller Daehli auch Duman die große Chance zum 2:0 auf, doch dessen Schuss wurde auf der Linie abgeblockt (22.).

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