Eine Sonnenbrille aus einer deutschen Kollektion werden vorgestellt., © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Brillen gefragt: Augenoptische Industrie steigert Export

Dank wachsender Nachfrage nach deutschen Brillen, Kontaktlinsen und Ferngläsern im Ausland haben die Hersteller im vergangenen Jahr doch noch einen leichten Umsatzzuwachs erwirtschaftet. Wie der Industrieverband Spectaris am Donnerstag mitteilte, stieg der Export um fünf Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. In der EU sowie in Nordamerika und Asien lief das Geschäft deutlich besser als im Vorjahr. Das Inlandsgeschäft dagegen stagnierte bei 2,42 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Durch die höheren Lebenshaltungskosten und die eingetrübte Konsumlaune blieb der Branchenumsatz von insgesamt 4,87 Milliarden Euro damit «etwas unter den Erwartungen», wie der Fachverband vor der am Freitag beginnenden Leitmesse Opti in München mitteilte. Die Vorsitzende Mirjam Rösch zeigte sich aber optimistisch: Kostenbremsen der Bundesregierung, erste Anzeichen für eine Abschwächung der Inflation und eine Verbesserung des Konsumklimas seien positive Signale für 2023.

Mittel- und langfristig stünden ohnehin alle Zeichen auf Wachstum. Schlechte Nachrichten für die Gesellschaft können teils gute Nachrichten für die Branche bedeuten: So komme ihr etwa die Alterung der Gesellschaft zugute. «Auch immer mehr Kinder und Jugendliche werden kurzsichtig», und es sei zu erwarten, «dass Fehlsichtigkeiten aufgrund von mehr Homeoffice-Arbeit und intensiver Nutzung der kleinen Bildschirme auf mobilen Telefonen nun frühzeitiger auffallen und weiter ansteigen werden», sagte Rösch.

In Deutschland tragen mehr als 42 Millionen Menschen eine Brille, über 3 Millionen tragen Kontaktlinsen. Der Spectaris-Fachverband Consumer Optics vereinigt annähernd 100 Hersteller und Großhändler von Produkten, die von Augenoptikern und Augenärzten vertrieben oder für ihre Arbeit genutzt werden. Sie beschäftigen 20.600 Mitarbeiter.