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Brutplätze für Mauersegler werden rar

Hilpoltstein (dpa/lby) – Zum Schutz der gefährdeten Mauersegler und anderer Gebäudebrüter fordern Naturschützer, beim Bau oder der Sanierung von Häusern auf Nistplätze zu achten. Auf stadteigenen Grundstücken in München müssten Bauträger inzwischen eine festgelegte Zahl von Brutplätzen schaffen, teilte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Mittwoch mit. «Eine Vorgabe für Gebäudebrüterquartiere an Neubauten wünschen wir uns auch für andere Städte, damit sich die Bestände von Mauersegler, Spatz und Co. erholen können», sagte Lorena Heilmaier vom LBV.

Bei Fassaden- oder Dacharbeiten würden Nistplätze oft illegal verschlossen oder abgerissen. Damit verlören die ortstreuen Vögel ihren Brutplatz oder sogar ihre Brut. Auch an Neubauten fänden die Vögel wegen der energiesparenden Bauweisen kaum einen Unterschlupf.

Mit den warmen Temperaturen kehrten die Mauersegler aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zum Brüten in den Freistaat zurück. Neben den fehlenden Nistplätzen mache den Vögeln auch der zunehmende Insektenmangel zu schaffen. Seit 2016 sind die Tiere auf der Roten Liste Bayerns als gefährdet eingestuft. Laut Schätzungen gibt es in Deutschland 450 000 bis 900 000 Brutpaare. Mauersegler jagen, fressen und schlafen im Flug. Nur zum Brüten landen die Flugkünstler.