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Bürgerentscheid um Standort von Regensburger Kongresszentrum

Regensburg (dpa/lby) – Soll im Zentrum von Regensburg ein Kultur- und Kongresszentrum (RKK) gebaut werden? Über diese Fragen streiten Bürger, Behörden und Politiker der oberpfälzischen Regierungsstadt seit mehr als 20 Jahren. Jetzt geht die Diskussion in eine neue Runde. Am Sonntag (14. Oktober) findet parallel zur Landtagswahl ein Bürgerentscheid statt, bei dem die Menschen über den von der Stadt vorgesehenen Standort auf dem Keplerareal nahe dem Hauptbahnhof abstimmen können. Es ist der nunmehr vierte Bürgerentscheid zum RKK.

«Der Stadtrat hat mit übergroßer Mehrheit auf diesem Platz den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums beschlossen», sagt Michael Quast, Geschäftsführer des Regensburger Stadtmarketings. Unter der Beteiligung der Bürger seien erste Pläne konkretisiert worden, so sollte sich das RKK in Richtung eines Begegnungszentrums entwickeln.

Quast verweist auf eine lange Liste an Gründen, die nach Ansicht der Befürworter für das RKK und den Standort sprechen. So fehle in der Stadt ein «akustisch hervorragender Konzertsaal». Auch gebe es kein Kongresszentrum mit einem Saal, der für 1500 bis 1800 Menschen ausgerichtet ist. Nachdem der Donaumarkt bei drei Bürgerentscheiden als Standort abgelehnt worden ist, stimmte der Stadtrat für das Keplerareal am Ernst-Reuter-Platz. Die zentrale Lage am Bahnhof sei ideal. Zudem müsse das Gelände belebt werden. Bestehende Säle oder Hallen seien gerade für Tagungen und Kongresse ungeeignet – weil zu klein oder veraltet.

In Regensburg gibt es das Marinaforum mit einem Saal, der bis zu 750 Menschen Platz bietet und über mehrere Nebenräume verfügt. Der Saal im Museum der Bayerischen Geschichte, das im kommenden Frühjahr eröffnet werden soll, ist auf bis zu 1000 Menschen ausgelegt. Das Audimax der Universität bietet fast 1500 Sitzplätze, und die Donauarena ist für mehrere Tausend Zuschauer angelegt.

Reinhard Kellner vom Bündnis gegen das RKK unterstreicht auch, dass es beim Bürgerentscheid lediglich um den Standort gehe. «Wir sind keine Stadthallen-Verhinderungs-Truppe». Wenngleich sich die Frage, ob es ein Kultur- und Kongresszentrum in Regensburg überhaupt brauche, durchaus stelle. So sollte die Stadt besser in Wohnungsbau investieren. Weiter kritisieren die Gegner, dass für das RKK zahlreiche Bäume gefällt werden müssten und die Verkehrssituation am Keplerareal nicht ruhiger werden würde. Zudem fürchten sie die Dimension der Bauprojektes, das größer werden soll, als das Museum der Bayerischen Geschichte.