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Bund Naturschutz klagt weiter gegen Frankenschnellweg-Ausbau

Nürnberg (dpa/lby) – Der Bund Naturschutz (BN) wird weiter gegen den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg klagen. Das ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung der Nürnberger Kreisgruppe, die der BN am Montag präsentierte. Darin hatte die Mehrheit den mit der Stadt Nürnberg ausgehandelten Vergleich abgelehnt.

Damit muss nun der bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München entscheiden, wie es mit dem rund 660 Millionen Euro teuren Bauprojekt weitergehen soll. Mit einem Urteil rechnet der BN aber nicht mehr in diesem Jahr.

Die Stadt Nürnberg bedauerte die Ablehnung des Vergleichs. Er hoffe nun auf eine schnelle gerichtliche Klärung, teilte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) mit.

Die Stadt plant den stark befahrenen Frankenschnellweg zu einer Art Stadtautobahn ohne Kreuzungen auszubauen. Seit acht Jahren klagt der BN dagegen. 2015 gab der VGH der Klage in der mündlichen Verhandlung jedoch kaum Aussicht auf Erfolg.

Daraufhin handelte der Umweltverband mit der Stadt einen Vergleich aus. Dieser sieht unter anderem einen besseren Lärmschutz, ein Tempo-Limit und ein Verbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen vor.

Das hätte zwar die Folgen für die Anwohnerinnen und Anwohner gemindert, ändere aber nichts daran, dass der Ausbau angesichts von Verkehrswende und Klimaschutz eine Fehlentscheidung sei, sagte der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner.

In der Mitgliederbefragung sprachen sich nun auch 57 Prozent gegen diesen Kompromiss aus. «Eine knappe, aber eindeutige Entscheidung», sagte Mergner. Er appellierte an die Nürnberger Politik, aber auch an Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) das Projekt aufzugeben. Ohne Söders Initiative und Finanzierungszusagen sei die Stadt dieses Wagnis nie eingegangen, betonte Mergner.

Als Frankenschnellweg wird der fränkische Teil der Autobahn 73 zwischen Feucht (Landkreis Nürnberger Land) und Suhl in Thüringen bezeichnet. In Nürnberg endet die Autobahn, und der Verkehr muss durch das Stadtgebiet mehrere mit Ampeln geregelte Kreuzungen passieren, was oft zu langen Staus führt.

60 000 Fahrzeuge passieren nach Angaben der Stadt täglich die Strecke. Ein 1,8 Kilometer langer Tunnel sowie kreuzungsfreie Zu- und Abfahrten sollen das Nadelöhr beheben. Ohne den geplanten Ausbau wäre der Stadt zufolge eine Sanierung der Schnellstraße nötig, die ebenfalls hohe Kosten und eine lange Bauzeit bedeuten würden.

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