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Bundespolizei Rosenheim: Jeder dritte Migrant kommt per Bus

Rosenheim (dpa/lby) – Jeder dritte Migrant kommt laut Bundespolizei in Rosenheim per Bus nach Deutschland. Mehr als 30 Prozent der Migranten, die zwischen Chiemsee und Zugspitze illegal einzureisen versuchten, würden in internationalen Reisebussen abgefangen, teilte die Bundespolizei am Montag mit.

Allein am vergangenen Wochenende habe sich erneut gezeigt, wie häufig Fernreisebusse genutzt werden. Insgesamt seien gegen sieben Personen Ermittlungen aufgenommen worden, weil sie auf der Autobahn A8 und der A93 mit falschen oder gefälschten Papieren unterwegs waren. Zwei von ihnen sollten offenbar mit einem Auto nach Deutschland geschleust werden – die anderen fünf waren in Bussen unterwegs. Ein mutmaßlicher Schleuser wurde in Untersuchungshaft genommen.

Unter den illegal Einreisenden waren laut Bundespolizei eine Nigerianerin, die einen gefälschten italienischen Fremdenpass samt falscher Aufenthaltserlaubnis für Italien bei sich hatte, ein Pakistaner mit einer auf eine andere Person ausgestellten französischen Aufenthaltsgenehmigung und ein russischer Staatsangehöriger, der den Bundespolizisten in einem Reisebus eine deutsche Aufenthaltsgenehmigung präsentierte.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden laut Bundespolizei an der 820 Kilometer langen deutsch-österreichischen Grenze gut 7800 Migranten bei der illegalen Einreise aufgegriffen. Etwa 50 bis 60 Prozent von ihnen wurden zurückgeschickt, da sie keine Asylgründe vorbrachten. Mehr als 400 Schleuser wurden in den ersten neun Monaten an der deutsch-österreichischen Grenze gefasst.