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Canadi kontert Kritik: «Sehr stimmiges Verhältnis» zum Team

Nürnberg (dpa/lby) – Vor dem so wichtigen Montagsspiel in der 2. Fußball-Bundesliga beim VfL Bochum hat Nürnbergs Trainer Damir Canadi Kritik an der Beziehung zu seiner Mannschaft zurückgewiesen. «Wir haben ein sehr stimmiges Verhältnis», versicherte der resolut auftretende Österreicher am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Natürlich würden ihm auch Fehler unterlaufen. «Ich bin auch nur ein Mensch und keine Maschine. Aber ich werde immer versuchen, für den FCN die bestmögliche Entscheidung zu treffen.»

Canadi und der fränkische Bundesliga-Absteiger befinden sich in einer kritischen und wegweisenden Phase. Die Nürnberger sind seit drei Zweitligapartien sieglos und schieden auch noch am Mittwoch beim abstiegsbedrohten Drittligisten 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal aus. Das Verhältnis zwischen dem kantigen 49-Jährigen, der erst im Sommer von Atromitos Athen gekommen war, und der Mannschaft ist nicht mehr unbelastet.

Als Stimmungsbarometer dienen die nächsten Aufgaben vor der Länderspielpause: Bochum und dann Bielefeld. Der «Club» muss an seinem Zweijahresplan zur Rückkehr in die Bundesliga festhalten. Das Ziel in dieser Saison sind die «Top 6». Canadi sagte dazu: «Davon werden wir auch nicht abweichen und sind nicht weit davon entfernt.» Ein Sieg mit drei Toren Unterschied in Bochum würde die Franken auf Tabellenplatz sechs hieven.

Canadi hat allerdings Sorgen in der Defensive. Nach den schweren Verletzungen von Christian Mathenia (Kniescheibenbruch) und Patric Klandt (Riss der linken Achillessehne) steht ihm nur noch die etatmäßige Nummer zwei Andreas Lukse als erfahrener Schlussmann zur Verfügung. Teenager Benedikt Willert aus der U19 wird auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Im Probetraining befindet sich derzeit der vereinslose Kroate Oliver Zelenika. «Der erste Eindruck ist okay», meinte Canadi über den 26-Jährigen, der zuletzt in den Niederlanden bei NEC Nijmegen unter Vertrag stand. Der Verein lasse wegen einer möglichen Verpflichtung aber «keine Hektik» aufkommen.

Und dann fallen auch noch gleich drei Abwehrspieler aus. Die beiden Außenverteidiger Enrico Valentini (grippaler Infekt) und Oliver Sorg (Gehirnerschütterung) sowie Innenverteidiger Georg Margreitter (Achillessehnenreizung) können gegen den abstiegsbedrohten Verein aus dem Ruhrgebiet am Montag (20.30 Uhr) nicht eingesetzt werden. «Wir sind ständig gezwungen, unsere Abwehr umzustellen», meinte Canadi. Auf den defensiven Außenbahnen hat der Österreicher nur noch die jungen Fabian Nürnberger und Tim Handwerker zur Verfügung.

Am Drei-Punkte-Ziel ändert diese Konstellation aber nichts, auch wenn der FCN nur eines von zwölf Duellen gegen den VfL für sich entscheiden konnte. «Druck hast du im Fußball immer», sagte Canadi. «Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen.»