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Claudia Roth warnt Parteien vor «Inhaltsausschließeritis»

München (dpa/lby) – Die bayerische Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Roth hat für Offenheit bei den Koalitionsverhandlungen plädiert. «Ich rate jeder Partei, nicht schon jetzt mit den roten Linien daherzukommen», sagte Roth am Montag in München. Es dürfe keine «Inhaltsausschließeritis» geben. Die Parteien müssten gesprächs- und kooperationsbereit sein und müssten miteinander reden und sich nicht in parteipolitischen Schützengräben verbarrikadieren.

Man könne nicht sagen, «mit uns gibt es keine Steuererhöhungen», wenn die Infrastruktur marode sei und Deutschland mit der Digitalisierung hinterherhinke. Die Steuern senken und gleichzeitig investieren zu wollen, sei nicht möglich. «Ich habe in Bayern Mathe-Abitur gemacht und eine Eins, das funktioniert so nicht.»

Bayerns Grünen-Chefin Eva Lettenbauer übte bei aller Freude über das gute Abschneiden auch Selbstkritik. Es sei der Partei nicht gelungen, die Klimakrise und deren massive Auswirkungen zum wahlentscheidenden Thema zu machen. Es sei zu wenig über Inhalte gesprochen worden und darüber, dass SPD und Union in den vergangenen Jahren wenig bis gar nichts getan hätten, um den Klimaschutz voranzutreiben.

Lettenbauers Co-Vorsitzender Thomas von Sarnowski lobte das große Engagement seiner Partei. «Wir haben den Wahlkampf unseres Lebens geführt.» Die Grünen seien in allen Bezirken in Bayern mit mindestens zwei Abgeordneten vertreten. Ein Drittel der Landesgruppe sei zwischen 22 und 30 Jahren alt. «Wir senden junge Menschen in den Bundestag, die über unsere Zukunft entscheiden», sagte von Sarnowski.

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