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«Club»-Coach lobt Willensleistung: Schuranow vor Tor eiskalt

Hannover/Nürnberg (dpa/lby) – Robert Klauß wollte einfach mal den Moment genießen. So kurz nach dem Saisonschlusspunkt wolle er sich noch «keinen Kopf» über die Ziele für die kommende Saison machen, sagte der Trainer des 1. FC Nürnberg nach dem erfolgreichen Abschluss einer lange sorgenvollen Spielzeit des fränkischen Traditionsteams.

«Es war nochmal eine Willensleistung. Das hat mir gefallen», resümierte Klauß nach dem 2:1 (1:1) am Sonntag bei Hannover 96, wodurch die Nürnberger die Niedersachsen in der Tabelle noch überholten und auf Rang elf landeten.

Das «Club»-Ziel war eine sorgenfreie Saison in der 2. Fußball-Bundesliga gewesen. Ein siegloser Januar mit nur einem Punkt sorgte aber dafür, dass Klauß in seiner ersten Saison bei den Franken sowie der ebenfalls neue Sportvorstand Dieter Hecking mehr Kummer hatten als eigentlich geplant. «Wir haben viel gelernt in diesem Jahr und gehen jetzt mit Schwung in die neue Saison. Trotzdem gilt: bescheiden bleiben und arbeiten», äußerte Kapitän Enrico Valentini.

Unter diesem Motto könnte auch die Entwicklung von Stürmer Erik Schuranow stehen. Der 19-Jährige hat sich in der Rückrunde in den Vordergrund gespielt und fünfmal getroffen. Gegen Hannover gelang dem Eigengewächs sogar sein erster Doppelpack im Profifußball (6./74. Minute). Da fiel auch der zwischenzeitliche Ausgleich von Marvin Ducksch (36.) mit seinem 16. Saisontor nicht ins Gewicht.

«Dass er vor dem Tor eiskalt ist, wissen wir», sagte Klauß über Nachwuchskraft Schuranow und attestierte dem gebürtigen Bamberger, der schon seit 2010 beim FCN kickt, «große Abschlussqualität».

Über die Aussichten Schuranows für die kommende Saison wollte der Nürnberger Coach aber auch nicht reden. «Wir sind zufrieden mit dem Spiel», beschied Klauß und wies darauf hin, dass der Kader schließlich «noch nicht komplett fertig» sei.

Die Franken sind in ihren Planungen für die neue Saison aber schon weit. Die Zugänge von Mittelfeldspieler Taylan Duman (Borussia Dortmund II), Lino Tempelmann (ausgeliehen vom SC Freiburg), Florian Hübner (Union Berlin) und Christopher Schindler (Huddersfield Town) stehen fest. Der bislang ausgeliehene Norweger Mats Möller Daehli wurde fest vom belgischen Erstligisten KRC Genk verpflichtet. Die verlängerten Verträge der Offensivspieler Felix Lohkemper und Paul Besong bringen darüber hinaus Planungssicherheit.

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