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Coach Herrlich: Corona-Trainingslager «kluge Überlegungen»

Augsburg (dpa/lby) – FC Augsburgs Trainer Heiko Herrlich hat die Idee eines zweiwöchigen Corona-Trainingslagers für alle Bundesligisten als «kluge Überlegungen» gelobt. Das Risiko einer Ansteckung würde damit weiter minimiert, sagte der 49-Jährige im Interview der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). «Wenn in diesem Zeitraum mit der englischen Woche eine Mannschaft für einen längeren Zeitraum in Quarantäne gehen müsste, gäbe es kaum Spielraum für Verlegungen.»

Hintergrund ist der Vorschlag der Deutschen Fußball Liga (DFL), zur Absicherung der Spieltage 29 bis 31 die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga in ein Quarantäne-Trainingslager zu schicken. Dieses soll zwischen dem 14. und 26. April stattfinden. Eine Entscheidung dazu soll mit acht Tagen Vorlauf getroffen werden.

Vor Wiederbeginn der Bundesliga in der vergangenen Spielzeit hatten sich die Clubs ebenfalls in Isolation begeben. Damals hatte Herrlich einen Verstoß gegen das Hygienekonzept der DFL öffentlich gemacht: Weil ihm Zahnpasta und Hautcreme ausgegangen waren, ging er in einem Supermarkt einkaufen. Wenn es wieder zu so einem Trainingslager kommen sollte, könne er eines versprechen: «Ich werde genug Zahnpasta und Hautcreme dabei haben.»

Herrlich äußerte zum wiederholten Mal Dankbarkeit für seinen Job beim Fußball-Bundesligisten. Daran ändere auch die Kritik an ihm nichts. «Wenn man im Profibereich arbeitet, muss man wissen, es gibt Kritik, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Aber wenn du dann anfängst, dir Sorgen zu machen, hast du etwas falsch verstanden, denn es hat dich niemand zu dem Job gezwungen», sagte Herrlich, dem eine fehlende spielerische Weiterentwicklung des Tabellen-13. vorgeworfen wird.

Herrlich hatte nach Trainerstationen im Profibereich beim SSV Jahn Regensburg und Bayer Leverkusen den FCA als Nachfolger des beurlaubten Martin Schmidt im März 2020 übernommen.

Widerstandsfähigkeit im Umgang mit Kritik musste Herrlich über die Jahre erst lernen. «Seit ich mit 17 in Leverkusen Profi wurde, hatte ich kurze Phasen, in denen ich dachte: jetzt läuft es. In der Rückschau überwiegen die Zeiten, in denen du von Mitspielern, Trainern, Managern und auch von der Presse immer wieder hörst: du kannst das nicht und das nicht», erzählte der frühere Nationalstürmer. «So war meine Wahrnehmung. Das muss man akzeptieren und aushalten. Diese Form von Resilienz, psychischer Widerstandsfähigkeit, möchte ich den Spielern vorleben.»

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