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CSU-Vize Weber fordert Kurskorrektur seiner Partei

Berlin (dpa) – Nach den Verlusten der CSU bei der Landtagswahl in Bayern fordert der Partei-Vize und Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, eine Kurskorrektur. Die CSU dürfe keine Ein-Themen-Partei sein, sagte Weber dem Berliner «Tagesspiegel» (Samstag). «Wir brauchen Gesichter fürs Soziale, fürs Kirchliche, für Umwelt – Politiker, die für diese Grundüberzeugungen stehen», unterstrich Weber. Die große Aufgabe der CSU werde es sein, diese Breite wieder sichtbar werden zu lassen. Außerdem mahnte der CSU-Vize eine andere Art der Kommunikation an. Zu verbessern sei der Umgang mit gesellschaftlichen Gruppen und manchmal auch der Stil.

Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war die CSU auf 37,2 Prozent abgestürzt und hatte damit auch ihre absolute Mehrheit verloren. Gegenwärtig verhandelt die Partei über eine Koalitionsregierung mit den Freien Wählern. Zur Aufarbeitung des Wahldebakels in Bayern versprach Weber eine breite Debatte auf allen Ebenen der Partei. «Die CSU ist eine Partei der Mitte, dort ist unser Platz. Christlich, sozial, liberal, konservativ: Das muss in unserer Alltagspolitik deutlich werden.»

Weber will 2019 Präsident der EU-Kommission werden – und damit als erster Deutscher seit mehr als 50 Jahren an die Spitze der mächtigen Brüsseler Behörde rücken. Er ist seit 2004 im Europaparlament und seit 2014 Chef der EVP-Fraktion.