Das Logo des Deutschen Alpenverein (DAV) klebt auf einer Holzbox., © Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

DAV setzt auf mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Der Deutsche Alpenverein (DAV) will in einem neuen Leitbild die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker verankern. «Wir haben uns nach zehn Jahren entschlossen, das Leitbild zu überarbeiten, weil sich neue Schwerpunkte herausgestellt haben», sagte DAV-Präsident Josef Klenner am Donnerstag in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur. In der Stadt in Rheinland-Pfalz soll das Leitbild am Samstag auf einer Hauptversammlung verabschiedet werden.

Der DAV als weltgrößter Bergsportverein halte trotz erschwerter wirtschaftlicher Lage am Ziel fest, bis 2030 klimaneutral zu werden, sagte Klenner. «Naturschutz war für uns neben dem Bergsport immer eine wichtige Aufgabe. Nun kommt der Klimaschutz ausdrücklich hinzu.»

Ein großes Thema sei die Mobilität, sagte der DAV-Präsident. «Ob Alpen oder heimische Klettergebiete: Wenn jemand zum Bergsteigen will, muss er dahin.» Hier gelte es, Einzelfahrten zu reduzieren und mehr auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen. «Das ist auch unsere nachdrückliche Forderung an die Politik: die Netze ausbauen sowie attraktivere Fahrpläne und Ticketpreise», betonte Klenner.

In Koblenz wird auch eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für den 72-Jährigen gewählt, der erstmals 1992 zum DAV-Vorsitzenden bestimmt worden war. «Nach meiner ersten Wahl ging es darum, das Sportklettern zu entwickeln», sagte Klenner in einer Bilanz. Der DAV sei Mitte der 1990er Jahre in den Deutschen Sportbund (DSB) eingetreten, weil das Hallenklettern populär wurde. «Das hat den Verein verändert. Klettern gab es bis dahin nur im Gebirge. Heute existieren in Deutschland mehr als 500 Kletterhallen. Klettern ist heute in den Städten zuhause.»

Auch die Berghütten blieben als Stützpunkte wichtig, sagte Klenner. «Das wird die nächsten 20, 30 Jahre so bleiben.» Insgesamt sei der DAV heute eine Organisation, die von der Gesellschaft wahrgenommen werde. «Wir stehen für Toleranz, Respekt, Gleichberechtigung und Vielfalt. Das ist in diesen Zeiten vermutlich wichtiger denn je.»