Eine IG-Metall-Fahne weht im Wind., © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Deutschlernen in der Metallindustrie mit Flüchtlings-Tarif

Ein spezieller Tarifvertrag soll Flüchtlingen aus der Ukraine und anderen Ländern in der bayerischen Metallindustrie das Deutschlernen erleichtern. Dazu haben der Metallarbeitgeberverband vbm und die IG Metall ein «Integrationsjahr» vereinbart. Weiteres Ziel ist die Vorbereitung auf Berufsausbildung oder Facharbeit, wie vbm und IG Metall am Freitag mitteilten.

Das Modell sieht vor, dass die Flüchtlinge pro Arbeitswoche rund drei Stunden Zeit für Sprache und Weiterbildung bekommen. Dafür verdienen die Betreffenden dann auch etwas weniger, sie verzichten laut Mitteilung auf Sonderzahlungen in Höhe eines knappen Monatsgehalts. «Wir beobachten, dass Geflüchtete unter Hinweis auf mangelnde Deutschkenntnisse für gleiche Tätigkeiten niedriger eingruppiert werden als Beschäftigte, die schon länger in Deutschland leben», sagte IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn.

Der Tarifvertrag soll demnach die Grundlage für eine faire Behandlung schaffen und gleichzeitig die Sprachbarriere als größtes Integrationshindernis beseitigen. «Und den Unternehmen eröffnen sich dadurch Chancen, neue Arbeitskräfte zu gewinnen», erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Metallarbeitgeber ebenso wie des Dachverbands Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).