Eine Regenbogenfahne weht vor der Kirche St. Christophorus am Rande der Segnung queerer Menschen., © Benedikt Spether/dpa/Symbolbild

«Egal, wen du liebst»: Segnungen für queere Menschen

Auch in Bayern haben sich in diesem Jahr wieder queere Paare von Seelsorgern der katholischen Kirche segnen lassen. Nach Angaben der bundesweiten Initiative #liebegewinnt fanden am Dienstag Feiern in Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg statt. Offiziell sind Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche verboten.

Im vergangenen Jahr hatte es jedoch rund um den 10. Mai in Deutschland etwa 100 Segnungsgottesdienste gegeben – #liebegewinnt sorgte damals für große Aufmerksamkeit.

Die Lehrmeinung des Vatikan erkennt nur heterosexuelle Paare an. Längst gibt es aber unter vielen Katholikinnen und Katholiken Widerstand gegen diese Haltung.

In Schweinfurt öffnete die Jugendkirche «krosskirche» ihre Türen für die Segnungsfeiern. In der Einladung hieß es: «Egal, wen du liebst – egal, wie lange ihr schon zusammen seid – egal, ob es gerade super läuft oder ihr zur Zeit eine schwierige Phase durchmacht: Ihr seid uns willkommen, ihr seid Gott willkommen.» Man stehe drei Stunden bereit, um den Paaren einen «Segen to go» zu spenden, sagte Seelsorger Thorsten Kneuer.

In Nürnberg lud der Seelsorgebereich Nürnberg Mitte-Nord-West zu einem Gottesdienst mit Segnung in die Kirche St. Elisabeth ein – «für alle, die sich lieben, die geliebt werden, die auf Liebe hoffen», wie die Organisatoren schrieben.

Im Süden Bayerns gab es heuer keine Gottesdienste im Rahmen der Aktion. Der prominente Münchner Priester Wolfgang Rothe hatte am Wochenende mitgeteilt: «Im vergangenen Jahr war sie ein starkes Zeichen gegen das kurz zuvor vom Vatikan erlassene Verbot solcher Segensfeiern.»

Die Aktion sei ein Aufbegehren, ein «Jetzt erst recht!» gewesen – durch ihre Wiederholung würde ihr genau dieser Charakter genommen. «Sie würde zum Ritual.» Abseits der Aktion werde er aber weiter homosexuelle Paare segnen. Ein weiterer, rein pragmatischer Grund sei, dass er in München und Umgebung diesmal keine Kirche für einen solchen Gottesdienst gefunden habe.