© Peter Kneffel

Eltern fordern Nachbesserungen für Schulstart im Herbst

München (dpa/lby) – Die Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) der Gymnasien in Bayern fordert für den Schulstart nach den Sommerferien zahlreiche Nachbesserungen. «Es muss klare Rahmenbedingungen für den vermutlich auf unabsehbare Zeit notwendigen Distanzunterricht geben», sagte die LEV-Vorsitzende Susanne Arndt am Montag in München. Präsenzunterricht wäre zwar vorzuziehen, sei aber nicht wahrscheinlich. «Die Eltern sind verunsichert und vermissen eine klare Strategie», kritisierte Arndt. «Klare Regeln zur Gestaltung von Online-Unterrichten sucht man vergeblich. Es ist ein Flickenteppich entstanden, der insbesondere Schülerinnen und Schüler benachteiligt, die daheim nicht außerordentliche Unterstützung erhalten können.»

Der LEV verlangt unter anderem die Einstellung neuer Lehrer sowie eine leistungsfähige, digitale Plattform für den Online-Unterricht, über die auch Videokonferenzen möglich sind. Weitere Forderungen sind etwa ein leistungsfähiges WLAN für Schulen und ein gerechtes Konzept für die Notengebung bei Schul- oder Klassenschließungen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass alle Schüler digitale Endgeräte hätten.

Die LEV begründete die Forderungen mit den Ergebnissen einer Umfrage unter Eltern, für die rund 13 900 Antworten ausgewertet worden waren. Danach hatten 35 Prozent der Kinder nach Einschätzung ihrer Eltern die Phase der coronabedingten Beschränkungen weniger gut oder nicht gut überstanden. Knapp die Hälfte hatte das Gefühl, die Kinder hätten weniger gut oder nicht gut Wissen erworben. Mehr als jede zehnte Familie hatte technische Probleme, etwa weil Computer oder Drucker fehlten oder weil die Internetverbindung zu schlecht war. Es gab auch Lob: 60 Prozent fühlten sich von Schule und Lehrern gut unterstützt.