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Entscheidung über Christkindlmärkte könnte Dienstag fallen

München (dpa/lby) – Die Entscheidung, ob die Münchner Christkindlmärkte angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen abgesagt werden, könnte bereits am Dienstag fallen. Dann werde man das Thema im Krisenstab der Stadt intensiv diskutieren, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag im Presseclub. Wenn ihm dann die Gesundheitsbehörde sage, die Veranstaltung sei nicht verantwortbar, «dann werden wir auch nicht anders entscheiden».

Zudem will sich Reiter mit seinen Kollegen aus Nürnberg und Augsburg abstimmen. Seiner Meinung nach wäre es sinnvoll, wenn die drei größten Städte ihr Vorgehen aufeinander abstimmten. Sollte der Christkindlmarkt stattfinden, will Reiter FFP2-Masken und abgetrennte Gastroinseln, in denen 2G gelten soll – zu denen also nur Geimpfte und Genesene Zutritt hätten. Solche Gastroinseln hat auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefordert.

Zu den zuletzt wegen Personalengpässen deutlich zu niedrig angegebenen Corona-Zahlen der Stadt sagte Reiter, die Werte würden voraussichtlich Ende der Woche wieder auf dem Laufenden sein. Er erwarte dann etwa 500 bis 600 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Noch am Freitag hatte die vom RKI offiziell gemeldete Inzidenz für München durch die Verzögerungen bei 124 gelegen, am Montag meldete die Behörde 334,7 – auch dieser Wert ist Reiter zufolge aber zu niedrig.

Angesichts der sich derzeit teilweise bildenden Schlangen vor Impfangeboten betonte Reiter, dass es genug Impfstoff gebe. Es dauere nur etwas, auch die Personalkapazitäten hochzufahren.

Die Corona-Situation bezeichnete Reiter als «sehr, sehr dramatisch». Bei den Intensivbetten habe man die Kapazität nur deswegen nicht überschritten, weil durch die Ausrufung des Katastrophenfalls zusätzliche Betten geschaffen werden konnten. Auch von diesen seien aber bereits viele belegt.

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