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Erstes Holz-Hochhaus im Allgäu im Herbst 2021 fertig

Kempten (dpa/lby) – Das erste Holz-Hochhaus im Allgäu soll im Oktober bezugsfertig sein. Von September bis Dezember sei der Rohbau mit sieben Stockwerken hochgezogen worden, sagte der Geschäftsführer der Sozialbau GmbH in Kempten, Herbert Singer. «Was die Hülle angeht, ist das Haus fertig.»

21 Wohnungen entstehen in dem Gebäude im Kemptener Stadtteil Thingers. Sechs Millionen Euro hat die Sozialbau GmbH als Bauherr für dafür veranschlagt. Nach Angaben des Unternehmens besteht der Rohbau bis auf Fundament und Treppenhaus aus Holz, das in Allgäuer Wäldern geschlagen und bearbeitet wurde.

Das verbessere die Klima-Bilanz, sei aber auch teurer als herkömmliches Bauen, sagt Sozialbau-Geschäftsführer Singer. «Es ist etwa zehn Prozent teurer als ein übliches Gebäude dieser Art.» Durch das Projekt wolle man zeigen, dass Holzbau auch in dieser Dimension für kommunale Wohnungsunternehmen möglich sei. So könne sich Holzbau in Deutschland weiterentwickeln und günstiger werden.

Holz als Baumaterial ist gefragter denn je. Nach Angaben von Holzbau Deutschland, einer Fachgruppe im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, kletterte die Holzbauquote bei Wohnhäusern seit 2014 von 15,1 Prozent auf 18,7 Prozent im Jahr 2019.

Auch wenn Hochhäuser aus Holz in Deutschland nach wie vor selten sind, steht das Gebäude in Kempten aber zumindest in Sachen Größe hinter anderen Projekten zurück. 2011 entstand im oberbayerischen Bad Aibling ein achtstöckiges Holzhaus, das zunächst als höchstes seiner Art in Deutschland galt.

2019 wurde es vom zehngeschossigen Skaio in Heilbronn abgelöst. Der nächste Rekordhalter könnte aber künftig in Hamburg stehen: Dort soll das 19-stöckige Holzhochhaus «Roots» in den kommenden Jahren 65 Meter in die Höhe wachsen.

Solche Ambitionen habe man im Allgäu nicht, sagt Sozialbau-Geschäftsführer Singer. «Aber wir können das klare Signal geben: Holzbau ist für Kempten in jeder Höhe möglich.»