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Explosion in Beirut: Doch keine Siemens-Turbinen für Libanon

Beirut (dpa) – Eine von Siemens angebotene Lieferung zweier Gasturbinen zur Stromversorgung der libanesischen Hauptstadt Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen kommt nicht zustande. Aufgrund «finanzieller und logistischer Herausforderungen» sei das Angebot «nicht realisierbar», sagte ein Siemens-Sprecher am Donnerstag. Das Unternehmen hatte dem Land nach der Detonation zwei Gasturbinen zur Stromversorgung von rund 150 000 Menschen angeboten. Sie sollten für ein Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Stattdessen wird Siemens Energy dem Sprecher zufolge zwei bestehende Kraftwerke kostenlos inspizieren und warten. Diese stellten rund 30 Prozent der Stromerzeugungskapazität des Landes bereit. Siemens werde auch die Ausrüstung der Kraftwerke modernisieren. Die libanesische Regierung äußerte sich dazu zunächst nicht.

Der massive Strommangel in der libanesischen Hauptstadt hat nach der Detonation weiter zugenommen. Die Energieversorgung im Libanon gilt generell als veraltet und ineffizient. Kritiker der Regierung machen dafür die weit verbreitete Korruption verantwortlich. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bei seinem Besuch in Beirut am Dienstag unter anderem Reformen in Libanons Stromsektor gefordert.