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Fall Wolbergs: Staatsanwaltschaft prüft anonymen Brief

Regensburg (dpa/lby) – Im Zusammenhang mit dem Korruptionsprozess gegen den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs prüft die Staatsanwaltschaft einen anonymen Brief. In dem Schreiben, das bei Wolbergs und dessen Anwalt Peter Witting vor gut einer Woche eingegangen war, erhebt der Verfasser Vorwürfe gegen die Behörden. Diese sollen einseitig zu Lasten des 48-Jährigen ermittelt haben. So soll ein leitender Kriminalbeamter vor einer Vernehmung Wolbergs‘ gesagt haben: «Den machen wir fertig!». Der Brief liege der Staatsanwaltschaft vor und werde auf Plausibilität und Schlüssigkeit geprüft, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Witting hatte den Brief in der Verhandlung vor dem Landgericht vergangenen Donnerstag vorgelesen und Ermittlungen hierzu gefordert. Dabei räumte er ein, dass der Umgang mit anonymen Schreiben schwierig sei. Oberstaatsanwalt Jürgen Kastenmeier wiegelte ab und sagte, der Brief ziehe einen unbescholtenen Beamten in den Dreck. Zudem seien die Vorwürfe – zumindest auf den ersten Blick – nicht stimmig.

Witting und Wolbergs konnten die Reaktion nicht nachvollziehen. Schließlich hätten die Ermittlungen gegen den OB ebenfalls auf anonymen Hinweisen gefußt, zudem sei dieser auch ein unbescholtener Bürger gewesen, der nun in den Dreck gezogen worden sei.

Der Prozess gegen Wolbergs und drei mitangeklagte Bauunternehmer wird am Mittwoch fortgesetzt. Die Vorwürfe lauten auf Bestechlichkeit und Vorteilsannahme bei Wolbergs sowie Bestechung und Vorteilsgewährung bei den Unternehmern. Die Staatsanwaltschaft wirft diesen vor, sich mit Parteispenden das Wohlwollen des Rathauschefs bei der Vergabe von Bauprojekten gesichert haben zu wollen.